• Kate S. Stark

Die magischen Feste des Jahreskreises | Hexische Feiertage und Traditionen

Aktualisiert: Juni 17


Wir alle kennen Halloween oder die Walpurgisnacht, die ihren Ursprung in vorchristlichen Kulturen finden. Aber viele bekannte Traditionen wie Ostern und Weihnachten sind aus diesen alten Festen entstanden, die beispielsweise Angehörige der Wicca-Religion oder andere pagane Glaubensrichtungen noch heute Feiern.


Auch in meinen Witch’s World Büchern spielen die hexischen Hochfeste eine sehr wichtige Rolle. Wayward Witches (Band 1) wurde zu Samhain (= Halloween) veröffentlicht und eben dieses Fest findet in Rogue Witches (Band 4) bei den Hexen von Codwyll statt.


Während der Recherche für meine Bücher bin ich auf viele spannende Informationen rund um diese Feste gestoßen und möchte diese und deren Bedeutung für die Hexen aus der Witch’s World Serie heute mit euch teilen.


Dieser Post ist als grobe Übersicht gedacht. Sicher werde ich zu den einzelnen Feiertagen noch detailliertere Beiträge schreiben und auch einige Rezepte und kleine Rituale mit euch teilen, die ihr selbst ausprobieren könnt.


Auf Pinterest findet ihr außerdem ein Board mit noch mehr Inspiration zu den einzelnen Festen und weitere Artikel über Traditionen, Bräuche und passende Rezepte ;)





Samhain Das Hexen-Neujahr

Datum: 31. Oktober

Aussprache: Saa-win


Samhain ist das wichtigste Fest der Hexen und steht für den Tod und die Wiedergeburt. Es bildet den Startpunkt des Jahreskreises und ist, so zu sagen, das hexische Neujahr. So setzen sich viele Hexen bereits zu Samhain (und nicht erst zum “traditionellen” Neujahr) gute Vorsätze oder planen ihre Zukunft.


Zu Samhain ehren und erinnern sich die Hexen an geliebte Verstorbene. Deswegen ist es oft Brauch, ein zusätzliches Gedeck für die Ahnen am Tisch zu haben oder ihnen sogar etwas vom Essen zu opfern.


Es geht also nicht ums Verkleiden und Streichespielen, wie wir es von Halloween gewohnt sind, sondern um so viel mehr. Statt schauriger Kostüme tragen die Hexen häufig besondere Kleider, die ihre Ziele visuell widerspiegeln oder an ihre Vorbilder erinnern.

Auch die Kürbislaternen sind nicht nur zur Dekoration da, sondern sollen die verlorenen Seelen den Weg nach Hause weisen. Dabei soll die gruseligen Gesichter, die in den Kürbis geschnitzt sind, böse Geister abschrecken.

Da die Schleier, die unsere sichtbare Welt von der unsichtbaren abtrennt, zu Samhain besonders dünn sind, ist die Kommunikation mit Wesen der anderen Seite verbessert. Aber auch ein Blick in die Zukunft (z.B. mittels Tarot-Karten, Kristallkugeln oder schwarzen Spiegeln) lohnt sich zu dieser Zeit, da es heißt, man würde weit klarer sehen können.


Übrigens, die Vorstellung von den verlorenen Seelen, die einsam umherirren und ihr Zuhause suchen, und auch die "bösen Geister" haben mich zur Allerheiligen-Szene aus Die Dunkelheit deiner Seele inspiriert. Die Vorstellung von Seelen und dem Leben nach dem Tod fasziniert mich sowieso total, wie ihr auch in diesem Blogpost nachlesen könnt.


Jul - Wintersonnenwende

Datum: zwischen dem 20. und 25. Dezember, meist zum 21. Dezember

Aussprache: Jul


Jul feiern die Hexen rund um die Wintersonnenwende, kurz vor Weihnachten. Die Sonnenwende markiert dabei den niedrigsten Stand der Sonne, den kürzesten Tag des Jahres. Nach diesen dunklen Stunden kehrt das Licht zu uns zurück, sodass dieses Fest vor allen einen Neubeginn und Hoffnung symbolisiert.


Die Ursprünge von Jul gehen übrigens bis in die Zeit der Römer zurück, die am 25. Dezember dem Sonnengott Mithras geehrt haben.

Auch der Tannenbaum und der Mistelzweig sind eigentlich “heidnische” Symbole. Mit seinen immergrünen Nadeln gilt der Tannenbaum als Symbol für den Sieg des Lebens über den Tod.


Häufig wird am Vorabend auch ein Julblock (engl. Yule Log), ein Klotz aus Eichenholz, im Kamin verbrannt. Die Eiche gilt als besonders stark und symbolisiert somit Langlebigkeit. Alternativ kann aber auch anderes Holz verwendet werden. Sobald er heruntergebrannt ist, ist es oft Brauch, die Asche in ein Tuch zu packen und sich unters Kopfkissen zu legen. Das dient dazu, den Träumenden auf das kommende Jahr vorzubereiten und ihm gute Ratschläge zu geben. Außerdem wird oft ein Stück des Julblocks aufgehoben, um das Julfeuer im nächsten Jahr anzuzünden.


Kleiner Spoiler: Das Ende der Witch's World Serie könnte eventuell etwas mit dem Jul-Fest zu tun haben. Zumindest wäre das ein schöner Ausklang für Isa, Graham und die restlichen Hexen von Codwyll ...


Imbolc - Lichtmess

Datum: 1. und 2. Februar (teils beginnt man schon am Abend des 31. Januar)

Aussprache: Imbolk


Dieser Feiertag wird auch Brigids-Tag oder Lichtmess genannt und erinnert an die keltische Göttin der Dichtkunst, des Schmiedehandwerks und der Heilkunst.


Auch Imbolc gilt als Fest der Hoffnung und Erneuerung, ähnlich wie die Wintersonnenwende (Jul), da das Licht langsam wieder zunimmt. Es ist ein Fruchtbarkeits- und Reinigungsfest, wobei oft Brigid-Kreuze aus Stroh hergestellt werden oder das Haus durch das Verteilen von Salz und frischen Birkenzweigen gereinigt wird.



Ostara - Frühlingstagundnacht-gleiche

Datum: zwischen dem 20. und 23. März, meist am 21. März

Aussprache: Ostara


Zur Zeit von Ostara kehrt das Leben in die Welt zurück. Es beginnt zu grünen, die Tage sind wieder länger als die Nächte und es wird merklich wärmer. Wie auch das christliche Ostern feiert man bei Ostara den Sieg des Lebens über den Tod.


Da die Tagundnachtgleiche außerdem den Frühjahrsanfang markiert, beginnt zu dieser Zeit häufig auch die Aussaat, und somit ist Ostara ein Fruchtbarkeitsfest, was sich auch in der Symbolik der Eier, Hasen und frischen Blumen wiederfindet.


Zu Ostara bringt man die Saat für das aus, was man das Jahr über ernten will. Oftmals auch wortwörtlich, indem der Garten bewirtschaftet wird oder zumindest ein paar neue Pflanzen im Blumentopf einziehen, sofern man keinen Garten/Balkon hat.



Beltane - Fruchtbarkeitsfest

Datum: vom 30. April auf den 1. Mai

Aussprache: Bell-täin


Was andere als Tanz in den Mai oder Walpurgisnacht feiern, ist für viele Hexen besser unter dem Namen Beltane bekannt. Und nein, sie fliegen in dieser Nacht nicht alle zum Blocksberg ;)


Den Namen hat das Fest vom keltischen Gott Bel (auch Bile oder Belinus), wobei der Name grob aus dem Irischen übersetzt so viel wie leuchten/strahlen oder helles Feuer bedeutet. Daher kommt auch die Tradition zu Beltane Feuer zu entzünden und z.B. Vieh zwischen ihnen hindurchzutreiben.


Auch Beltane ist ein Fruchtbarkeitsfest, und zwar im wahrsten Sinn des Wortes. Die Sexualität wird während dieses Feiertags geehrt, aber auch die Erde selbst und alles, was darauf lebt.

Beltane ist außerdem perfekt für Reichtumszauber, da das Fest (wie schon gesagt) mit der Erde und Fülle verbunden ist.


Litha/Mittsommer - Sommersonnenwende

Datum: zwischen dem 20. und 26. Juni, meist am 21. Juni

Aussprache: Litta


Litha findet zum längsten Tag des Jahres statt, wenn die ersten Ernten bereits eingefahren werden können. Es ist eine Zeit des Überflusses und des einfachen Lebens (weil es für alle genug Nahrung gibt). Gefeiert wird das natürlich mit einem rauschenden Fest. Es wird getanzt, musiziert und vor allem gegessen, aber natürlich immer etwas an Mutter Erde zurückgegeben.


Angeblich wimmelt es zu dieser Zeit nur so von Erdgeistern überall, was die Kommunikation mit Feen und Elementarwesen erleichtert.

Der Vorabend zu Litha eignet sich übrigens besonders gut für Liebeszauber und zu dieser Zeit gepflückte Kräuter sind wohl besonders wirksam. Zudem wirken Zauber für Erfüllung, Erfolg und Anerkennung, die zu Litha gewirkt werden, noch mehr als sonst.


Litha wäre, glaube ich, das Lieblingsfest von Miss Martha aus den Witch’s World Büchern. Vielleicht werfen wir demnächst mal wieder einen Blick in ihr Kochbuch und schauen, welche Rezepte sie für Litha ausgesucht hat.

In der Zwischenzeit könnt ihr schon einmal ihre berühmten Cookies nachbacken.


Lughnasadh/Lammas - Erntefest

Datum: 1. und 2. August

Aussprache: Luu-na-sah



Dieses Fest geht wohl auf den keltischen Gott Lugh, der vor allem im Umgang mit Waffen und diversen Handwerksarten bewandert war.


Lughnasadh ist das erste von zwei Erntefesten, zu dem das Korn eingefahren wird, und gilt als Startpunkt für die Wintervorbereitungen.


Hexen besuchen zu Lughnasadh Freunde und Familie, um gemeinsam zu essen und die reiche Ernte zu teilen. Manche verbrennen außerdem eine Sonnenkönig-Puppe aus Stroh in einem rituellen Feuer, oder dekorieren ihr Zuhause mit Maiskolben, Kürbissen und anderen Ernteprodukten.




Mabon - Herbsttagundnacht-gleiche

Datum: zwischen dem 20. und 23. September, meist am 21./22. September

Aussprache: Mäi-bon


Zu Mabon sind Tag und Nacht erneut gleich lang. Dadurch herrscht eine starke Ausgeglichenheit und Harmonie auf der Erde.


Es ist ebenfalls ein Erntefest, zu dem Mutter Erde für ihre großzügigen Gaben gedankt werden soll.


Während Mabon gedenkt man der letzten Monate und bedankt sich für eingefahrenen Erfolge. Alte Muster und schlechte Angewohnheiten können um diese Zeit herum am besten gebrochen werden und angeblich soll der ein oder andere Zauber auch dabei helfen, die letzten paar Pfunde loszuwerden, die einfach nicht verschwinden wollen.


Es gilt, alles Schlechte vor dem hexischen Neujahr (Samhain) aus dem Leben zu vertreiben und innere Balance zu finden.




Und dann geht alles wieder von vorne los …


Die Informationen aus diesem Artikel stammen aus diversen Quellen, die sich leider auch manchmal widersprochen haben. Wie bei allen Festtagen gibt es von Familie zu Familie, Region zu Region einige Unterschiede und teils sehr persönliche Traditionen, die zwar sehr interessant sind, aber ganz sicher den Rahmen dieses Artikels sprengen würden.


Deswegen werde ich sicher zu den einzelnen Festen noch ein paar Artikel schreiben, in denen ich euch mehr über die Traditionen aus der Nachtwelt erzähle (die zwar auf den ursprünglichen Bräuchen basieren, aber teils abgewandelt oder erweitert wurden).

Und Miss Martha wird sicher ein paar Rezepte beisteuern ;)


Feiert ihr denn diese hexischen Feiertage? Welche Bräuche und Rituale führt ihr zu den jeweiligen Festen durch?


Genutzte Quellen

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Über Kate Stark

Schreibt Bücher und macht YouTube-Videos über ihr Autorenleben.
Liebt Social Media, Fantasy, Notizbücher und Schokolade.