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  • AutorenbildKate S. Stark

Mit diesen 2 Prinzipien habe ich 28k Worte in 3 Tagen geschrieben


Letzte Woche habe ich 28.421 Worte innerhalb von drei Tagen geschrieben.


Für manche AutorInnen ist das Alltag, für andere ist das viel. Aber mit einem guten Plan und einer ordentlichen Portion Motivation kann jeder zu einem ähnlich erfolgreichen Ergebnis kommen und somit ein gutes Stück in seinen Schreibprojekten vorankommen, egal ob Roman, Kurzgeschichte oder Blogartikel. Und hinter allem steckt eine Kombination zwei entscheidender Faktoren: dem Prinzip des Fastdraftingaus und des Batchings.


In diesem Blogpost erkläre ich, was das ist und wie man beide Prinzipien einsetzen kann, um ähnlich hohe Wordcounts einzufahren.


Fastdrafting ist das erste Geheimnis hinter meinem Output.

Fast drafting, zu Deutsch "schnelles Schreiben", bedeutet einfach, dass man eine Rohfassung so schnell wie möglich schreibt.


Je schneller, desto besser. Ohne dass man sich dabei von Tippfehlern, Logiklücken oder den eigenen Selbstzweifeln ablenken lässt. Nur so baut man Tempo auf und kann die eigenen Gedanken schneller aufs Papier bringen.


Viele Schreibende, die zum ersten Mal davon hören, fragen sich, ob darunter die Qualität des Textes nicht leidet.


Während die einen Fastdrafting für absoluten Mist halten und überzeugt sind, dass eine langsamere, durchdachtere Herangehensweise ans Schreiben besser ist, schwöre ich genau aufs Schnellschreiben.



Deswegen funktioniert Fastdrafting so gut.

Wie ich schon in einem früheren Blogpost erwähnt habe, bin ich ein "Ganz-oder-gar-nicht"-Mensch mit schnell wandernder Aufmerksamkeit.


Entweder ich schreibe, oder ich tue es nicht. Und wenn ich schreibe, muss ich meine Gedanken schnell zu Papier bringen, weil meine Aufmerksamkeit sonst nur allzu oft von neuen Einfällen und Ideen abgelenkt wird. Durch das Fastdrafting überliste ich mein Gehirn und bringe es dazu, in kurzer Zeit große Schritte Richtung Ziel zu unternehmen, was mich zusätzlich motiviert und mich auch bei den Durststrecken druchhalten lässt.


Und wie Jodi Picoult schon sagte:

You can always edit a bad page. You can't edit a blank page.

Ja, durch das Fastdrafting bringe ich Worte auf meine Seite, die vielleicht nicht ganz rund sind und ein paar Tippfehler enthalten. Für manche wäre dieser Gedanke furchtbar, aber für mich ist das immer noch besser, als stundenlang vor einer leeren Seite zu sitzen und es gleich von Anfang an möglichst perfekt schreiben zu wollen. Überarbeiten kann ich hinterher immer noch, aber eben nur, wenn meine Seite nicht blank ist.



Wenn man also auch seinen inneren Perfektionisten oder Kritiker überwinden will, ist Fastdrafting eine wirklich hilfreiche Methode.

Aber Fastdrafting ist nur die halbe Miete ...


Batching ist das zweite Gehemnis hinter meinem Output.

Batching kommt vom englischen Verb to batch, was man in diesem Fall mit "in Stapeln verarbeiten" übersetzen kann.


Es ist ein bekanntes Produktivitätssystem, bei dem man ähnliche Aufgaben (z.B. das Schreiben mehrerer Roman-Kapitel oder Blogartikel) zu einem Stapel gruppiert und in einer Arbeitssession abarbeitet. Batching kann man im kleinen Stil betreiben, indem man beispielsweise über eine Stunde hinweg mehrere Social Media Posts verfasst, oder man weitet den Zeitrahmen auf einen ganzen Tag aus; oder, wie in meinem Fall, auf mehrere Tage. Die Idee dahinter ist, dass man nicht ständig von einem Aufgabenkontext (Blogpost schreiben) zum nächsten wechselt (Grafiken für Social Media erstellen), sondern seine volle Aufmerksamkeit auf eine einzige Art von Aufgabe richtet und so konzentrierter, aber vor allem auch produktiver ist.


Und in diesem Fall ist das natürlich das Schreiben.



Mittels Batching schaffe ich kleine Schreiburlaube und komme durchs Fastdrafting schneller voran.

Wie ich schon in meinem Blogpost über den größten Fehler während meiner Autorenkarriere erzählt habe, fällt es mir schwer, das Schreiben regelmäßig oder gar täglich in meinen Schreiballtag zu integrieren.


Ich brauche Zeit und Gehirnschmalz, um mich in meine oftmals sehr komplexen Plots einzufinden, werde aber unter normalen Umständen von so vielen Dingen abgelenkt, dass mir genau das kaum möglich ist. Und wer kennt das nicht? Eigentlich will man schreiben, aber man muss sich auch ums Abendessen kümmern, und die Steuer machen, und Social Media Posts vorbereiten und auf die drölf WhatsApp-Nachrichten und Mails antworten, die sich in der Inbox stapeln.


Manche Menschen kommen damit klar, all diese Ablenkungen auszublenden, ich nicht.


Statt mich deswegen verrückt zu machen und mich auf Teufel komm raus dazu zu zwingen, trotzdem jeden Tag zu schreiben, weil das ja angeblich alle erfolgreichen Autoren tun, hilft es mir viel mehr, solche Batch-Writing-Tage einzuplanen. Also Tage, an denen ich wirklich nichts anderes tun muss, als zu schreiben. Für mich sind das Schreiburlaube, die gar nicht einmal lang sein müssen, damit ich vorankomme.


Gepaart mit der Fastdrafting-Methode kann ich so in kurzer Zeit neues Material produzieren, damit ich mich während meines normalen Alltags wieder ohne schlechtes Gewissen an andere Aufgaben setzen kann.


Die richtige (Schreib-)Urlaubsplanung macht's möglich.

In den seltensten Fällen kann man von einem Tag auf den anderen entscheiden, dass man morgen für eine Woche nach Malle fliegt.


Erstmal muss man den Urlaub beim Arbeitgeber beantragen, wichtige Projekte abschließen oder sogar eine Übergabe mit Kollegen machen, damit nichts liegenbleibt, während man weg ist. Man muss Flug und Unterkunft buchen, sich Gedanken zur Verpflegung machen und überlegt sicher auch schon, was man dort unternehmen will, damit sich all das auch gelohnt hat und man sich noch lange an diese Auszeit erinnert.


Und genauso ist es auch beim Schreiben.



Man kann sich nicht einfach so in einen Schreiburlaub stürzen und erwarten, dass man nach drei Tagen mit 20.000 oder mehr Worten in den normalen Alltag zurückkehrt. Vorbereitungen müssen getroffen und Ablenkungen möglichst eliminiert werden; aber auch Ziele sollten definiert werden oder zumindest Strategien ausgewählt werden, die einem dabei helfen, das Beste aus diesem Schreiburlaub herauszuholen.


In solchen Fällen ist es hilfreich, sich eine Liste mit all den Dingen anzulegen, die dringend erledigt werden müssen (z.B. Wohnung putzen, einkaufen gehen, Schreibtisch aufräumen), und die wirklich wichtigen oder störenden vor dem eigentlichen Schreiburlaub abzuarbeiten.


Hier sind ein paar Punkte, um die man sich zuvor kümmern sollte:

  • Verpflegung: Oft koche ich ein oder zwei Gerichte vor, damit ich mein Essen nur kurz in die Mikrowelle schieben muss, bevor ich wieder in die Tasten hauen kann. Am besten eignen sich da Suppen oder Eintöpfe oder auch Nudelgerichte. Nudeln machen ja bekanntlich glücklich.

  • Haushalt: Wenn meine Wohnung unordentlich ist, fällt es mir schwer, mich aufs Schreiben zu konzentrieren. Deswegen räume ich in den Tagen vor einem Schreiburlaub einmal gründlich auf und kann mich dann beruhigt an den Schreibtisch setzen, ohne einen Gedanken ans (für mich verhasste) Bad- oder Kücheputzen verschwenden zu müssen.

  • Familie und Freunde: Vor Schreiburlauben mache ich in meinem persönlichen Umfeld deutlich, dass ich in den nächsten Tagen beschäftigt sein werde und deshalb nicht oder nur verzögert auf Nachrichten, Anrufe, etc. antworten kann.

  • Social Media: Da ich vom Schreiben lebe und dazu meine Bücher stetig auf Social Networks vermarkten muss, ist es für mich wichtig, die anstehenden Posts schon vor meiner Schreiburlaube vorzubereiten und im besten Fall gleich einzuplanen, damit sie automatisch veröffentlicht werden. Auch das erfordert vorab etwas Arbeit, aber durch meinen Content-Workflow ist das mittlerweile ziemlich schnell erledigt.

  • Outline: Ein solcher Fastdrafting-Schreiburlaub funktioniert für mich nur, wenn ich weiß, woran ich arbeiten werde. Im Fall meines letzten Schreiburlaubs waren es einige Storys für mein Pseudonym, die ich schon grob vorgeplant habe. Es muss keine detailreiche, hundertseitige Abhandlung über den Plot sein, aber ein paar Stichpunkte zu jeder Szene, die man während des Schreiburlaubs abarbeiten will, sind nie verkehrt.



Vor allem das Batching ist vielseitig anwendbar und ganz sicher nicht nur beim Schreiben hilfreich.


Mittlerweile habe ich mein Vollzeit-Autorenleben ganz im Sinne des Batchings organisiert und komme damit weit besser voran, als täglich ein bisschen von allem machen zu müssen. Ich habe klar definierte Thementage und so immer mal wieder eine Verschnaufspause vom Schreiben, weil mir sonst meine Buchprojekte ziemlich schnell zum Hals heraushängen würden. Und so ist meine schnell wandernde Aufmerksamkeit auch etwas besser kontrolliert, weil ich weiß, dass ich feste Zeiten für Social Media Aufgaben eingeplant habe und mich deswegen an meinen Schreibtagen voll und ganz aufs Schreiben selbst konzentrieren kann.



Nutz ihr die beiden Prinzipien des Fastdraftings und Batchings, um eure Schreibzeiten besser zu nutzen? Oder kommt ihr gut mit einer täglichen Schreibroutine aus?



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Über Kate Stark

Schreibt Bücher und macht YouTube-Videos über ihr Autorenleben.
Liebt Social Media, Fantasy, Notizbücher und Schokolade.

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