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  • AutorenbildKate S. Stark

Wie ich digitale und handschriftliche Notizen für meine Bücher nutze


Notizen sind für uns Autoren ungemein wichtig, doch in einer Welt, in der alles digitaler wird, ist es nicht immer leicht, eine passende Form für die eigenen Gedanken und Einfälle zu haben.

Aber manchmal hilft es, zu gucken, was die Kolleginnen und Kollegen so anstellen, und unsere Prozesse miteinander zu teilen. So wie ich es in diesem Post versuche.


Vor Kurzem habe ich ein Video samt Blogpost veröffentlicht, in denen ich erzählt habe, dass ich als Autorin keine physischen Notizbücher mehr benutzen werde. Einerseits um Kosten zu sparen, andererseits weil sie für mich einfach nicht praktikabel genug waren.



Und ich glaube, ich muss endlich mal etwas richtig stellen: Nur weil ich diesen Wechsel von Notizbüchern zu Ordnern gemacht habe, bedeutet das nicht, dass ich all meine Notizen, Charakter-Steckbriefe und Worldbuilding-Infos handschriftlich mache.

Natürlich habe ich auch digitale Notizen für meine Bücher und Projekte, sehr viele sogar. Das hätte ich im Video etwas deutlicher sagen sollen.


Und genau deswegen möchte ich heute mein Vorgehen erklären. Wie ich meine Ideen und Notizen zu meinen Buchprojekten festhalte. Sowohl handschriftlich, als auch digital.



Kein strikter Prozess

Wenn ich von Prozess oder Vorgehen spreche, klingt das immer so höchst offiziell. Als gäbe es dafür eine feste Struktur oder ein System, dem ich folge.


Aber so ist das nicht.

Auch hier höre ich, wie bei so vielem, auf mein Bauchgefühl.

Oder auf meine Intuition als Autorin.


Und ich finde, das sollte jeder und jede Schreibende tun. Ratschläge von AutorenkollegInnen sind schön und gut, aber am Ende sollte man immer das machen, was einem selbst am besten liegt und voranbringt.


Wann mache ich handschriftliche Notizen?

Tatsächlich sind handschriftliche Notizen bei mir so gut wie immer der erste Schritt, um Ideen, Fragen und sonstige Gedanken festzuhalten, die mich gerade beschäftigen.


Sternschnuppen-Ideen

Stift und Papier habe ich so gut wie immer zur Hand. Überall in meiner Wohnung finden sie sich (ja, sogar im Bad - da habe ich sowieso die besten Ideen), um fixe Ideen schnell aufzuschreiben, bevor ich sie vergessen habe. Solche Ideen sind manchmal wie Sternschnuppen. Sie strahlen hell und schön, aber wenn man sie nicht rechtzeitig einfängt, sind sie auch genauso schnell wieder verschwunden.


Das können wichtige To-Dos für den nächsten Tag sein. Oder ein Satz für ein Buch, der mir gerade in den Sinn gekommen ist. So war das zum Beispiel mit Projekt EVA, meiner High Fantasy Serie á la Game of Thrones meets Avatar - Herr der Elemente. Da hatte ich auch den ersten Satz irgendwann im Kopf, aus dem über eine lange Zeit hinweg die Idee für drei miteinander verbundene Trilogien entstanden ist.


Oder es ist die Lösung zu einem Problem, das ich gerade beim Schreiben hatte. Meist kommen mir solche fixen Ideen sowieso, wenn ich vom PC weg bin und etwas vollkommen anderes tue. Genau deswegen habe ich es mir angewöhnt, immer etwas zum Schreiben in der Nähe zu haben, sei es auch nur ein Schmierzettel und ein Kugelschreiber, der kaum noch funktioniert.



Brainstorming

Neben den Sternschnuppen-Ideen nutze ich diese Form der Notizerstellung aber vor allem zum Brainstorming neuer Buchideen. Und genau das ist es, was in den Ordnern landet, die ich statt physischer Notizbücher führe.


Handschriftlich kann ich über solche Dinge einfach besser nachdenken und bin nicht so schnell versucht, Ideen gleich wieder zu löschen, die sich banal oder vollkommen irrational anhören.

Wie ich schon im "Keine Notizbücher"-Video erklärt habe, entwickeln sich die endgültigen Ideen, die dann auch tatsächlich in den Büchern landen, aus den oft ziemlich merkwürdigen, die ich mir aufgeschrieben habe. Aus denen, die auf den ersten Blick keinen Sinn ergeben, aber verbunden mit einem anderen Einfall, dann fast schon genial sind.


Worldbuilding

Da ich Fantasy schreibe, muss ich über sehr viele unterschiedliche Aspekte nachdenken und einiges an Worldbuilding betreiben.

In meinen handschriftlichen Notizen erdenke ich neue Konzepte für Magie, Politik oder gar ganze Welten und halte fest, auf welche Quellen ich aus der echten Welt zurückgreife und wie ich sie für meine Zwecke anpassen könnte.


Ein kleines Beispiel hierfür wäre Projekt ST (Tribute von Panem meets Game of Thrones in einer römisch angehauchten Fantasy-Welt). In Saltera, dem Handlungsort, spielen Farben eine sehr wichtige Rolle im täglichen Leben. Also habe ich mir in meinen Romannotizen eine Übersicht über Farben und deren Bedeutung gemacht und anschließend gebrainstormt, wie sich das auf meine Story umsetzen lässt.



Auch grobe Karten der Reiche oder Städte, ja sogar Lagepläne von Gebäuden, zeichne ich immer erst per Hand, bevor ich sie später digitalisiere oder zumindest ein Foto/Scan davon in meine digitalen Notizen einbaue.


Oftmals sind es auch Fragen oder Recherchethemen, die ich mir darin notiere - oder eben Sternschnuppen-Ideen zu der Geschichte, sofern ich gerade das jeweilige Projektnotizbuch bzw. -ordner in meiner Nähe habe.


Plot-Brainstorming

Zu Beginn eines Projekts führe ich immer gerne einen Braindump aus, bei dem ich alles, was ich schon darüber weiß, ganz unsortiert aufschreibe. Und auch das mache ich meistens handschriftlich, um auch die banalen Ideen irgendwo festzuhalten.


Davon ausgehend nutze ich oft Fragen, die sich beim Braindump ergeben haben, um weitere Aspekte der Handlung zu erarbeiten. Auch auf die ersten Schritte der Schneeflocken-Methode greife ich gerne zurück und führe sie zunächst handschriftlich aus, bis ich ein besseres Verständnis von der Geschichte und der Welt habe.


Warum ich handschriftliche Notizen mache

Ihr seht, ich nutze handschriftliche Notizen vor allem, um Ideen zu sammeln und schnell festzuhalten.


Das liegt einerseits daran, dass ich nicht ständig mein Handy oder gar meinen PC in der Nähe habe. Einen Notizblock habe ich aber so gut wie immer dabei.

Oft entstehen solche Notizen fernab meines Schreibtischs etwa draußen im Garten (vor allem an unserem geliebten Teich im Sommer) oder aber kurz vor dem Schlafengehen im Bett.

Nachts muss ich so gut wie immer das Licht mehrmals wieder anschalten, weil mir vorm Einschlafen immer so viele (gute) Ideen kommen, aber auch Fragen, die ich klären sollte, oder To-Dos für den nächsten Tag. Jedes Mal zum PC oder Handy zu rennen, ist mir da zu umständlich und das grelle Licht der Bildschirme tut mir da (trotz Blaulichtfilter) einfach nicht gut.


Andererseits kann ich so einfach besser denken. Ich kann es nicht erklären, aber Seite um Seite in einem Notizbuch zu füllen oder mehrere Zettel mit Ideen vollzukritzeln fühlt sich irgendwie besser an, als stundenlang vor dem PC zu sitzen und in die Tasten zu hauen. Das mache ich den Rest des Schreibprozesses über schon genug.



Was passiert mit den handschriftlichen Notizen

Fangen wir mal mit den fixen Ideen an, die ich auf irgendwelche Notizzettel gekritzelt habe. Die landen alle früher oder später in einem kleinen Kistchen auf meinem Schreibtisch (zumindest die, die nicht eilig sind). Ich gehe sie regelmäßig durch (meistens freitags) und ordne sie den einzelnen Projekten zu. Manche davon digitalisiere ich sofort (dazu kommen wir gleich noch), wobei das meistens Notizen für Social Media oder administrative Dinge sind.


Andere landen im entsprechenden physischen Projekt-Ordner (oder Notizbuch). Dafür habe ich eine kleine Klarsichthülle in den Ordnern und Heftern (oder eine Falttasche in den Notizbüchern), damit die Zettel nicht rausrutschen und mir verloren gehen. Da ich nicht an allen Projekten gleichzeitig arbeite, aber immer wieder Ideen habe, sammeln sich dabei schon einige Zettel an.



Plot- und Worldbuilding-Notizen, die ich mir beim Brainstorming eines Buchprojekts gemacht habe, gehe ich erst durch, wenn ich ernsthaft an diesem Projekt arbeite.


Anmerkung: Hin und wieder reißt es mich, ein bisschen für ein Projekt zu brainstormen, das noch lange nicht in Produktion geht. Konkret habe ich ca. 7 solcher passiven Projekte, an denen ich nur ab und zu arbeite oder neue Sternschnuppen-Ideen bekomme. Das Brainstormen zwischendurch brauche ich manchmal einfach, um mir den Kopf freizuschreiben, damit ich mich wieder auf mein aktuelles Buchprojekt konzentrieren kann.


Sobald ich dann eines meiner passiven Projekte in ein aktives umwandle und mit dessen Produktion starte, gehe ich all die handschriftlichen Notizen durch, seien es nun die vielen losen Zettel oder die Plot- und Worldbuilding-Notizen, die ich mir dazu schon gemacht habe.

Und dann wird das alles digitalisiert, damit ich beim Schreiben alles an einem Ort habe und nicht ständig Ordner und Notizbücher wälzen muss.


Wie ich digitale Notizen nutze

Normalerweise sind digitale Notizen für mich immer erst der zweite Schritt. Etwas, das aus all den handschriftlichen Dokumenten erwächst und dabei stetig erweitert wird. Das ist ein klarer Vorteil gegenüber der handschriftlichen Notizen, den ich gerne für mich nutze.



Schnelle Notizen

Sollte ich mal unterwegs sein und tatsächlich mal keinen Stift und Zettel, dafür aber mein Handy zur Hand haben, erstelle ich eben eine digitale Notiz. Dazu nutze ich übrigens seit Kurzem Google Notes, weil ich das geräteübergreifend verwenden kann.

Auch interessante YouTube-Videos, Blogartikel oder Links zu Büchern speichere ich mir darin ab, um sie später wiederfinden zu können.


Ähnlich wie die Zettel gehe ich auch diese mindestens einmal wöchentlich durch und verschiebe sie an die entsprechende Stelle.


Schreibnotizen

Jetzt kommen wir tatsächlich zu dem Punkt, der mir persönlich immer am meisten Spaß macht. Die digitalen Notizen zu meinen Buchprojekten. Darunter fallen für mich v.a. die konkreten Plot-Dokumente (in denen ich detailreich meine Bücher plane), aber auch sämtliche Worldbuilding-Steckbriefe zu Charakteren, Orten, Magiesystemen etc.


Anders, als es sich im "Keine Notizbücher"-Video vielleicht angehört hat, schreibe ich mir all diese Informationen nicht handschriftlich auf und sammele sie in meinen Ordnern. Das wäre ziemlich unpraktisch, weil bei mir über den Verlauf des Schreibens einer Buchreihe oft noch viele weitere Details hinzukommen.

Das geht digital natürlich viel besser, zumal man dabei Dinge leichter findet (und mit den richtigen Programmen sogar untereinander verlinken kann).


Eine Lösung, die für mich zu hundert Prozent perfekt ist, habe ich nicht gefunden. Programme, Apps und Systematiken gibt es dafür mittlerweile ja wie Sand am Meer, aber auch hier folge ich lieber meiner Intuition.

Und damit bin ich irgendwann beim PKM (Personal Knowledge Management) und dem Programm Obsidian gelandet. Obsidian kann ich euch wirklich empfehlen, v.a. wenn ihr komplexes Worldbuilding für eine Buchreihe oder gar ein Literarisches Universum erschaffen habt.


Jetzt noch tiefer in die ganze Materie rund um PKM, Second Brain und Obsidian einzusteigen, sprengt hier ein bisschen den Rahmen. Dazu erzähle ich euch in einem anderen Blogpost mehr.

Aber ich wollte euch trotzdem noch zeigen, wo die einzelnen Notizen dann landen, sobald ich sie digitalisiere:

  • Brainstorming-Notizen spalte ich beim Digitalisieren oft schon auf Steckbriefe und Plotdokumente auf. Aber manchmal tippe ich die wichtigsten Ergebnisse auch erstmal ab und speichere sie in einem Brainstorming-Dokument in Obsidian ab.

  • Plotnotizen landen meistens gleich in Word, wo ich darauf aufbauend dann die Planung der Bücher Stück für Stück entwickle.

  • Manuskripte schreibe ich auch alle komplett in Word, korrigiere sie dort und formatiere später auch meine Taschenbücher damit.

  • Worldbuilding-Informationen habe ich bisher entweder in einem Word-Dokument gesammelt oder in eine Excel-Tabelle gepackt. Aktuell erarbeite ich mir aber ein paar Strukturen innerhalb von Obsidian, um sie zukünftig alle an einem Ort zu haben.



Meine Pläne für die Zukunft

Im letzten Punkt habe ich es ja schon angesprochen: Ich baue mir gerade ein Worldbulding/Schreib-System auf, um zukünftig alle meine Notizen an einem Ort zu haben. In meinem Second Brain in Obsidian.


Für einzelne Buchprojekte ist es mein Ziel, zunächst einen eigenständigen Projektordner zu erstellen (außerhalb meines Second Brains) und die darin enthaltenen Dokumente erst nach Projektabschluss wieder ins Second Brain einzuspeisen. So habe ich eine bessere Trennung der Notizen und noch etwas mehr Ordnung in meinen beiden Gehirnen.

Dazu erstelle ich mir aktuell gerade eine Art Starter-Ordner, wo die wichtigsten Notizen wie beispielsweise Steckbrief-Templates oder Infos zu diversen Plotmethoden liegen, um nicht für jedes Projekt das Rad neu erfinden zu müssen.


Und nein, ich kann euch das nicht eins zu eins zur Verfügung stellen, wie einige schon an diversen Stellen gefragt haben, und zwar aus folgenden Gründen:

  • Vieles davon habe ich für meine persönlichen Zwecke aus anderen Büchern zusammengesammelt, weshalb der Inhalt dem Urheberrecht des jeweiligen Autors unterliegt und ich das nicht einfach so mit euch teilen kann.

  • Dieses System ist speziell auf mich abgestimmt. Auf meine Bedürfnisse und vor allem darauf, wie mein Gehirn arbeitet. Sich da als Außenstehender zurecht zu finden, ist sicher nicht leicht.

  • Und außerdem bin ich der Meinung, dass man viel besser lernt, wenn man sich solche Dinge selbst erarbeitet. Das merke ich gerade auch ungemein (weil ich aktuell sehr viele Schreibratgeber lese).

Was ich aber machen kann, und es zum Teil auch schon tue, ist, diese Informationen in Form von Videos oder Tipps aufzubereiten und mit euch zu teilen, oder Fachliteratur zu empfehlen. Dazu könnt ihr euch eure eigenen Notizen machen und so selbst euren Musterordner erstellen.

Mehr Schreibtipps findet ihr hier. Und Videos rund ums Schreiben und meinen Alltag als Autorin könnt ihr auf YouTube gucken.


Ein paar abschließende Worte

Handschriftliche Notizen sind für mich oft eine Art Sprungbrett, bevor es in meinen digitalen Notizen ans ausarbeiten geht. Trotzdem sind beide Formen ungemein wichtig für meine Arbeit als Autorin. Und allmählich habe ich auch ein ganz gutes System, wie ich mit beiden arbeiten und so produktiv schreiben kann, ohne mir Sorgen zu machen, dass mir die nächste Sternschnuppen-Idee durch die Lappen rutscht.


Gerne halte ich euch auf den Laufenden, was die Erstellung meines Muster Schreibordners angeht. Und über Second Brains und Obsidian sprechen wir sicher auch noch das ein oder andere Mal.


Wie macht ihr das mit euren Notizen? Welche Programme verwendet ihr, um eure Ideen und Dokumente für eure Bücher festzuhalten?



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Über Kate Stark

Schreibt Bücher und macht YouTube-Videos über ihr Autorenleben.
Liebt Social Media, Fantasy, Notizbücher und Schokolade.

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