• Kate S. Stark

Abwechslung macht's! | Schreibupdate März


In den letzten Wochen habe ich etwas getan, was mir schon früher beim Schreiben geholfen hat. Ich bin zwischen Projekten gesprungen. Das habe ich mir irgendwann abgewöhnt, weil man mir von allen Seiten gesagt hat, wie wichtig es ist, sich nur auf ein Buchprojekt zu konzentrieren, aber irgendwie ist dabei meine Kreativität ganz schön eingeschlafen. Zumindest kommt es mir gerade so vor.


Auf dem Bild hier seht ihr übrigens eine Auswahl der Notizbücher, die ich aktuell verwende. Ganze vier davon sind jeweils einem Projekt zugeordnet, an dem ich in den letzten zwei Wochen gearbeitet habe. Und auch wenn es immer hieß, dass man besser vorankommt, wenn man nur eines hat, habe ich in den letzten Tagen so viel mehr geschafft als sonst, einfach weil ich die Abwechslung zwischen den Projekten gebraucht habe.


Das heißt aber nicht, dass ich wahllos zwischen den Projekten springe, wenn ich mal keine Lust mehr habe. Der vierte Teil der Witch's World Serie (auch bekannt als das Hexenprojekt) hat oberste Priorität, weil ich die Fans der Reihe nicht zu lange warten lassen will. Deswegen habe ich mir ein gut machbares Ziel dafür gesetzt: 5.000 Worte am Tag oder 1,5 neue Kapitel. Je nachdem, welches ich eher erreicht habe. Und das hat in den letzten Tagen wirklich sehr gut geklappt.


Rohfassung Hexenprojekt Band 4

Mit der Rohfassung des Buchs habe ich am 20. März begonnen und bin heute (am 29. März) schon ein ganzes Stück im 2. Drittel mit insgesamt 40.000 Worten. Die Mathekundigen unter euch haben vielleicht schon festgestellt, dass mir für mein Wortziel nach den ersten 10 Tagen eigentlich noch 10.000 Worte fehlen (für alle Mathehasser: 10 Tage à 5.000 Worte = 50.000 Worte). Das liegt daran, dass ich zu Beginn des 2. Drittels einen kurzen Durchhänger hatte. Am besten wäre es, wenn ich es gar nicht in einzelne Parts unterteilen würde, aber dann würde Google Docs von der schieren Flut an Worten überwältigt sein. Außerdem musste ich in der letzten Woche ein bisschen langsamer machen, weil ich meine Schulter/Hand wieder ganz schön gespürt habe. Auf eine weitere Sehnenscheidenentzündung kann ich wirklich verzichten.

Mittlerweile geht es aber wieder, auch weil ich meine ergonomische Tastatur rausgekramt habe und mehr Pausen zwischen meinen Schreibsessions mache. Und diese Pausen fülle ich immer häufiger mit Brainstormingsessions für weitere Projekte.


Ein Schreibexperiment mit Projekt ST

Auf meinem YouTube-Kanal habe ich in einigen Videos schon etwas über Projekt ST erzählt. Dabei handelt es sich um Romantasy in einer High Fantasy Welt, die ein sehr spezielles Worldbuilding-Element besitzt, das für die komplette Handlung ausschlaggebend ist. Die groben Basics zur Story kenne ich mittlerweile, weswegen ich in einer meiner Nacht- und Nebelaktionen beschlossen habe, mal wieder eine alte Plaungsmethode auszuprobieren.

Die Schneeflockenmethode war die erste "richtige" Plotanleitung, die ich jemals genutzt habe. Schon damals hatte ich einige Probleme mit der Methode, hatte sie da aber auch für einen Einzelband benutzt und die Erwartung, ihn so wirklich gut durchzuplanen.

Bei ST gehe ich ein bisschen anders heran und nutze die Schneeflockenmethode lieber dazu, ganz grob zu planen, was in den drei (evtl. vier) Büchern dieser Reihe passieren soll. Gerade befinde ich mich im dritten der zehn Schritte und muss sagen, dass mir die Methode ganz gut gefällt, ich aber noch so einige Lücken habe, was die wichtigeren Nebencharaktere angeht. Also noch mehr Brainstorming.

Das Endergebnis dieses Experiments und ob ich euch die Schneeflockenmethode empfehlen würde, seht ihr demnächst auf YouTube in einer Mini-Serie, in der ich euch meinen Fortschritt mit Projekt ST zeige.


Mehr Infos zur Schneeflockenmethode von Randy Ingermanson (englischsprachig)

Deutsche Anleitung zur Schneeflockenmethode auf Schriftsteller-werden.de


Warum neue/andere Plotmethoden?

Bis heute ist der wohl beliebteste Artikel auf meinem Blog der zur 3-9-27-Planungsmethode, die ich wirklich sehr, sehr liebe. Vielleicht ein bisschen zu sehr, weil ich in den letzten Monaten gemerkt habe, dass ich mich bei Wayward Witches und Natural Witches (Band 1 und 2 der Witch's World Serie) viel zu sehr auf die einzelnen Plotpoints versteift habe und den Charakteren und der Welt kaum Platz gelassen habe, um sich zu entfalten.

Das Ergebnis: Ein eher mittelmäßiges Feedback durch die Leser.

Bei Band 3, Wicked Witches, habe ich das ein bisschen gelockert und nicht mehr versucht, wirklich jeden dieser Punkte abzuackern und sonst nichts, und habe das Gefühl, dass die Qualität dadurch gestiegen ist. Die Länge des Buchs übrigens auch.

Ganz ohne Planungsmethode komme ich aber auch nicht zurecht, weswegen ich mit den kommenden Projekten einfach noch einige weitere ausprobieren will. Im Moment ist z.B. auch Jessica Bordys Save the cat writes a novel auf dem Weg zu mir, wird aber durch die aktuelle Lage noch etwas dauern. Bis dahin probiere ich eben die Schneeflockenmethode aus und noch ein paar andere Modelle, die man überall online nachgeworfen bekommt.

Mein Ziel dabei ist es, mir eine eigene Methode zu entwickeln, mit der ich zwar nie den roten Faden und die Spannung aus den Augen verliere, indem ich gewisse Beats nutze (so wie die 27 "Kapitel" aus der 3-9-27 Methode), aber auch meinen Charakteren und der Welt mehr Raum gebe, um sich zu entfalten. Deswegen lese ich parallel dazu auch sämtliche Zusammenfassungen zu den Myers Briggs Persönlichkeitstypen, Sternzeichen, Archetypen und was es sonst noch für Persönlichkeitseinteilungen gibt, um in Zukunft noch authentischere Charaktere schaffen zu können.


Ergebnisse der Preisaktion

Aufgrund der Corona-Krise hatte ich mich ja letztes Wochenende dazu entschlossen, die ersten drei Teile der Witch's World Serie jeweils für einen Tag kostenlos anzubieten. Innerhalb dieser drei Tage wurden rund 450 Bücher heruntergeladen. Ich kann es selbst noch kaum glauben und freue mich total, dass die Hexen auf so vielen eReadern eingezogen sind. Natürlich hoffe ich, dass sie manche von der aktuellen Lage ablenken können, weiß aber auch, dass ich vermutlich gemischtes Feedback dazu bekommen werde. Wie gesagt, mir ist durchaus bewusst, was in Band 1 und 2 schiefgelaufen ist, und daran werde ich arbeiten.

Um nicht ganz die Nerven zu verlieren, während ich gespannt auf die ersten Rezensionen warte, wiederhole ich wieder und wieder mein neues Mantra:

Das nächste Buch wird noch besser!

Denn, auch wenn es für die Hexenbücher Kritik gab, gab es auch viele Leser, denen die Bücher sehr gut gefallen haben. Vor allem der flüssige Schreibstil wurde gelobt und das gibt mir Hoffnung, dass Band 3, 4 und alle folgenden noch besser werden. Deswegen auch dieser neugewonnene Lerneifer und das Hamstern von Schreibratgebern.

Mittlerweile habe ich verstanden, dass ich selbst nach über 10 Jahren Schreiberfahrung noch so unendlich viel lernen kann. Und seitdem ich mir das zum Ziel gesetzt habe und die Qualität meiner Bücher mit jeder neuen Veröffentlichung steigern will, geht es mir irgendwie viel, viel besser.


Ich könnte euch noch so viel erzählen, aber das heben wir uns für einen anderen Blogpost oder ein Video auf YouTube auf. Ich hoffe, es geht euch allen gut und ihr wascht euch fleißig die Hände!


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Über Kate Stark

Schreibt Bücher und macht YouTube-Videos über ihr Autorenleben.
Liebt Social Media, Fantasy, Notizbücher und Schokolade.