• Kate S. Stark

Mein Fazit zum Deine Seele 3 Schreibexperiment

Mitte September habe ich das scheinbar Unmögliche gewagt: Ein Buch in 10 Tagen zu schreiben - oder zumindest die Rohfassung davon.

Neulich habe ich auf YouTube schon den Vlog dazu geteilt und somit ist klar, dass ich es nicht geschafft habe. Nicht ganz zumindest. Ich habe 11 Tage gebraucht.


Und in diesem Artikel erzähle ich euch, was ich aus diesem verrückten Experiment gelernt habe.


Hier findet ihr auch nochmal meinen Plan mit all den Überlegungen, wie ich es tatsächlich schaffen könnte. Und hier ist der Vlog mit über einer Stunde Footage


Da der Blogpost so lang geworden ist, habe ich zur besseren Übersicht ein kleines Inhaltsverzeichnis für euch erstellt:

  1. Positive oder negative Erfahrung?

  2. Zahlen, Daten, Fakten - Wie lief das Experiment?

  3. Was habe ich daraus gelernt?

  4. Was werde ich in Zukunft anders machen?

  5. Eure häufigsten Fragen zum Diktieren & meine Antworten

  6. Fazit vom Fazit


Positive oder negative Erfahrung?

Bevor wir mit den Zahlen einsteigen und uns anschauen, was funktioniert hat und was nicht, wollte ich allgemein über die Erfahrung sprechen. Ist mir das Experiment positiv in Erinnerung geblieben oder würde ich es lieber gleich wieder vergessen?


Ich glaube, wenn ich so einen langen Artikel dazu schreibe, ist die Antwort recht klar: Es war eine sehr positive Erfahrung, durch die ich ungemein viel über mich, meinen Willen und meine Arbeitsweise gelernt habe.


So extrem und verrückt dieses Experiment vielen erscheinen mag, ich würde es jederzeit wieder tun. Und werde es auch, sobald die nächste Rohfassung ansteht. Mit ein paar Anpassungen/Verbesserungen, was den Prozess angeht, aber darauf kommen wir weiter unten nochmal zu sprechen.


Ja, es war manchmal echt anstrengend und hin und wieder habe ich auch die Nerven verloren, schlecht geschlafen oder gar ans Aufgeben gedacht. Trotzdem bin ich der Meinung, dass sich das alles positiv auf meine Arbeit ausgewirkt hat. Und vor allem auf meine Motivation. Denn jetzt habe ich irgendwie das Gefühl, dass ich alles schaffen kann, was ich mir den Kopf setze, schließlich habe ich dieses schier unerreichbare Ziel geschafft (wenn auch mit einem Tag Verzögerung).


Allein für diesen Motivationsboost war dieses Experiment die Mühe und Zeit wert.


Zahlen und Daten

Während des Experiments hatte ich eine öffentliche Google Tabelle, in der ihr meinen Fortschritt beobachten konnten (wenn auch etwas zeitverzögert). Das allein war schon sehr motivierend. Zu wissen, dass andere Leute das sehen können.


Und auch die Zahlen an sich waren motivierend. So viel habe ich nämlich noch nie am Stück geschrieben, auch wenn ich zwischendurch geschwächelt habe. Vor allem gegen Ende, aber das ist doch völlig normal, erst recht, wenn man keinen Tag Pause einplant …


Hier sind die Wordcounts der jeweiligen Tage:



Die ersten Tage liefen super mit mindestens 8k oder mehr am Tag, aber das hat mich wirklich viel Energie und Überwindung gekostet, weswegen ich an Tag 7 einfach eine Pause gebraucht habe.

Da habe ich nur die letzten Kapitel korrigiert und die für den nächsten Tag vorbereitet und mich ansonsten gut ausgeruht.


Auch wenn der tägliche Wordcount gegen Ende der Challenge abfällt, bin ich deswegen nicht traurig. Im Gegenteil. Genau das habe ich erwartet. Nachdem ich nun schon so viele Bücher geschrieben habe, weiß ich, wie ich ticke und dass ich gegen Ende etwas an Motivation verliere. Das Zitat aus dem Fazit-Tab meiner Tabelle erklärt das ziemlich gut:


Hier hat mich etwas die Motivation verlassen, sodass ich entschieden habe, abends nicht mehr zu diktieren, sondern mal eine Pause einzulegen. Das passiert mir immer, wenn ich den Midpoint geschrieben hab. Die Kapitel danach fallen mir dann besonders schwer, bis ich an den "All is lost" Punkt komme.

Am Anfang eines Buchs bin ich immer aufgeregt und kann es kaum erwarten, zum Midpoint und später zum Finale zu kommen. Ich fliege nur so durch die Handlung, bis ich eben jene kritische Stellen erreiche, auf die ich so lange hingearbeitet habe. Und dann ist die Luft plötzlich raus.


Das sieht man auch an den letzten Tagen der Challenge. Nicht nur geht der Wordcount um einiges runter, sondern auch meine Motivation.

Statt an Tag 10 die vier geplanten Kapitel zu schreiben, habe ich nur drei geschafft, und an Tag 11 dann den Rest geschrieben.


Eine Besonderheit in meiner Arbeitsweise war auch, dass ich die Kapitel mehr oder weniger gleich nach dem Diktieren überarbeitet habe. Das habe ich früher beim Diktieren nicht gemacht und mich Wochen später dann gefragt, was dieser oder jener kryptischer Satz bedeuten sollte.


Hier seht ihr, wie sehr die Tageswordcounts nach der Korrektur gewachsen sind:


Auch hier lässt sich ein Abwärtstrend erkennen. Gegen Ende habe ich bei den Überarbeitungen nicht mehr so viele Worte hinzugefügt und im Prinzip nur noch das Nötigste gemacht. Das bestand hauptsächlich darin, die Fehler der Diktatsoftware auszumerzen und ein paar Bandwurmsätze aufzuteilen.


Der Grund? Zeitersparnis.


Die Überarbeitung hat am Anfang wirklich extrem viel Zeit gefressen, weil ich gleich begonnen habe, intensiv an dem Text zu feilen, Details hinzuzufügen, etc. Während das durchaus nötig ist, war mein Ziel für die Challenge jedoch, erstmal alles aufs Papier zu bringen. So schnell wie möglich.


Also habe ich rund um die Halbzeit-Marke entschieden, den Überarbeitungsaufwand herunterschrauben, um wenigstens noch etwas von meinem Tag zu haben. Am Anfang war ich nämlich vom Aufstehen an nur am Arbeiten, sei es nun das Planen, Diktieren oder Korrigieren der Kapitel. Und nach einer Weile war das einfach zu viel.



Was habe ich nun aus dem Experiment gelernt?

Eine ganze Menge, aber ich versuche, mich kurz zu fassen ;)

Oder auch nicht …


Motivation und neues Selbstvertrauen

Ganz ehrlich … In den letzten Monaten, oder eher Jahren seit ich meine ersten Bücher veröffentlicht habe, ist mein Selbstvertrauen immer geringer geworden. Vor dem Veröffentlichen dachte ich, ich wäre “the shit”, wie man so schön sagt. Dass ich alles schaffen kann und ganz sicher eine angesehene Autorin werde.


An anderer Stelle habe ich schon erzählt, wie schwer mich manche Rezensionen belasten. Auch die Tatsache, dass ich in den letzten Jahren weit weniger Bücher veröffentlicht habe, als ich vorhatte (und als kompletter Neuling im Selfpublishing müsste, um erfolgreich zu sein), wiegt noch immer schwer auf mir.

Dadurch ist es mir immer schwerer gefallen, an meinen Büchern zu arbeiten und mich wirklich zu pushen.

Mir gingen immer wieder Sachen wie “Du hast ein ganzes Buch an einem Wochenende geschrieben, warum schaffst du jetzt nicht mal ein verdammtes Kapitel am Tag?” durch den Kopf. Ich war überzeugt, dass ich faul geworden bin, stand mehrmals sogar kurz davor, einfach alles hinzuschmeißen.


Bis ich dieses Experiment durchgeführt habe, dachte ich, ich würde ewig brauchen, um meine nächsten Bücher zu schreiben. Und dass ich einfach nichts mehr auf die Reihe bekomme und bei einem normalen Brotjob vielleicht besser aufgehoben wäre.

Das Experiment war also auch eine Art Beweis, dass ich es eben doch kann, wenn es darauf ankommt. Dass ich mich einfach ein kleines bisschen mehr pushen muss, um meine Ziele zu erreichen. Dass ich zu so viel mehr fähig bin, wenn ich mich nur traue.


Und wie ich oben schon gesagt habe, habe ich jetzt das Gefühl, dass ich so viel mehr erreichen kann, als ich dachte. Dass ich vielleicht doch Zeit habe, um all die Bücher zu schreiben, die mir noch durch den Kopf gehen. Dass ich nicht so viele gute Ideen mit ins Grab nehmen muss. (Sorry, dass ich das so offen anspreche, aber im letzten Jahr bin ich mir meiner eigenen Sterblichkeit ziemlich bewusst geworden - und dass wir eben nicht alle Zeit der Welt haben. Auch wieder etwas, was mich schwer beschäftigt.)


Meine Motivation ist jetzt eine ganz andere, und mein Selbstvertrauen ist durch das Experiment ungemein gestärkt worden.

Statt “Du bist zu faul, das schaffst du eh nicht”, höre ich jetzt Dinge wie “Du kannst das! Denk an das Deine Seele 3 Experiment! Du kannst alles schaffen, wenn du nur dranbleibst!”


Und das allein ist schon unbezahlbar für mich.

(Ich sitze gerade heulend vor dem PC, weil das ein so gutes Gefühl ist …)


Diktieren ist besser als Tippen

Zumindest für mich. So schone ich nicht nur meine Hände, sondern auch meine Energielevel. Es war kein bisschen anstrengend, die Kapitel zu schreiben, sondern eher entspannt, weil ich auf dem Sofa liegen/sitzen konnte. Mein Gehirn und Körper waren danach nicht so fertig wie beim Tippen.


Und es ist für mich so viel leichter, meine Gedanken übers Diktieren rauszubekommen. Beim Tippen feile ich an den Worten, an den Sätzen, anstatt mich auf das Wesentliche zu konzentrieren: die Fertigstellung der Rohfassung.

Denn, niemand muss sie lesen, und man kann keine leere Seite überarbeiten. Aber nach diesem Experiment hatte ich ein Manuskript mir über 90.000 Worten, mit dem sich arbeiten lässt.


Und, wie ihr euch sicher denken könnt, werde ich das Diktieren in meinen Schreibprozess integrieren und weit häufiger nutzen als bisher.


Neuer, alter Fokus

Vor einigen Jahren, als ich eben noch nicht Vollzeit-Autorin war, hatte ich einen ungemein starken Fokus, was meine Schreibprojekte angeht. Kein Wunder, schließlich hatte ich nur ein gewisses Maß an Zeit dafür zur Verfügung. Damals fiel es mir so leicht, in meine Welten abzutauchen und Stunden dort zu verbringen.


Mit der Zeit ist mir genau das verloren gegangen, was sicher ein Grund mehr war, wieso es mir in den letzten Jahren so schwer gefallen ist, überhaupt zu schreiben. Ich konnte mich einfach nicht richtig konzentrieren, weil es immer noch 100 andere Dinge zu tun gab.


Durch die Challenge war ich gezwungen, mich wieder auf ein Projekt zu konzentrieren. Deine Seele 3 und nichts anderes. Und es ist wirklich nicht gelogen, wenn ich sage, dass ich während dieser 11 Tage in Lenoras und Kilians Welt gelebt habe. Ich war so mit ihnen und ihren Problemen beschäftigt, dass ich immer wieder neue Ideen dafür hatte. Neue Details, die ich noch einfügen könnte. Es gab kaum etwas, aus meinen Fokus gebrochen hat und das hat mir wirklich dabei geholfen, dieses Buch so schnell fertigzustellen.


Und diesen Fokus möchte ich auf zukünftig beibehalten. Wie genau, darüber sprechen wir an anderer Stelle nochmal.


Trotzdem … Es ist schwer zu beschreiben, aber in diesen 11 Tagen hat sich diese Geschichte so furchtbar real angefühlt. Als wäre ich wirklich dort gewesen. Und durch das Diktat konnte ich mir alles viel besser vorstellen, weil ich ja nicht ständig auf den Bildschirm oder meine Hände gucken musste, wie ich es sonst beim Schreiben (Tippen) tue.


Ich war wie in einer Trance und mein Sichtfeld merkwürdig gespalten oder überlagert.

Es ist schwer zu beschreiben (und klingt wahrscheinlich total verrückt), aber stellt es euch wie ein Bildbearbeitungsprogramm mit mehreren Ebenen vor, die übereinanderliegen.


Die unterste Ebene, oder der Hintergrund, war das, was ich mit meinen Augen gesehen habe, mein Wohnzimmer und was sonst um mich herum war.

Darüber gelegt und etwas transparent war die Handlung des Buchs. Die Charaktere, die Orte, die Magie. So deutlich habe ich das noch nie vor mir gesehen.

Aber das Verrückteste war die dritte Ebene, auch wenn sie nur sehr vage war. Ich habe den Text vor mir gesehen, oder zumindest so, wie er später formatiert aussehen würde, nicht aber die einzelnen Worte. So wusste ich, wann es Zeit war für einen neuen Absatz oder wie ich z.B. die Dialoge strukturieren sollte.


Es war unheimlich, aber irgendwie auch ziemlich cool. Als wäre ich an drei Orten gleichzeitig oder so …


Musik beim Diktieren ist gut

Beim Schreiben (Tippen) höre ich so gut wie immer Musik (meistens Soundtracks passend zur jeweiligen Stimmung). Beim Diktieren habe ich das aber bisher nicht getan, weil ich dachte, dass mich das ablenken würde. Deswegen wollte ich das an Tag 1 einfach nur mal ausprobieren: Kann ich immer noch gut diktieren, wenn ich Musik höre?


Die Antwort war ein definitives Ja. Ich kann nicht nur gut diktieren, es hat mir noch mehr geholfen, in meine Geschichte einzutauchen und alles andere um mich herum zu vergessen. Begünstigt wurde das auch noch durch die Noise-Cancelling-Funktion meiner Kopfhörer. Das Rauschen und die Musik haben es so anfühlen lassen, als würde ich einen Film gucken und müsste beim Diktieren nur beschreiben, was ich sehe.


Schrittweise Planung

Das mache ich zwar schon eine Weile so, aber bei diesem Buch hat es wirklich wunderbar funktioniert. Zu Beginn hatte ich zwar einen Kapitelplan mit einigen groben Stichpunkten, aber bei vielen Lenora-Kapiteln stand z.B. nur etwas wie “sie hat Träume und Erinnerungen an frühere Leben”, nicht aber welche oder wieso.


Bei meinem Experiment habe ich jeden Tag auch die Kapitel neu und in größerem Detail geplant und konnte so auf Änderungen leichter reagieren als wenn ich alles von Anfang an schon ausgeplottet hätte. Lenoras Handlungsstrang fühlt sich deswegen sehr natürlich an und ich glaube, die Infos, die nach und nach über sie revealt werden, sind gerade genug, um den Leser selbst auf die Lösung bringen zu können.


Am Ende habe ich festgestellt, dass ich noch zwei weitere Kapitel brauchen werde, um das Finale logisch abzuschließen. Das lag auch einfach daran, dass mir beim Schreiben mehr Details zu unserem Antagonisten, aber auch zu Kilians und Lenoras weiterem Schicksal eingefallen sind. Geschrieben habe ich diese Kapitel noch nicht, weil ich dazu auch einige vorherige Kapitel umarbeiten muss. Also habe ich mir das alles für die erste richtige Korrekturrunde aufgehoben und freue mich schon richtig darauf.


Niemand hört mich

So gern ich das Diktieren mittlerweile mag und schätze, vor einer Sache habe ich noch immer Schiss: dass mich jemand dabei hören könnte.

Und ich glaube, das ist für viele Schreibende eine zu große Hürde, um es überhaupt erstmal auszuprobieren. Das ist nur verständlich. Wir wollen schließlich auch nicht, dass jemand unsere rohste Rohfassung liest. Mal abgesehen davon, dass man sich ziemlich affig anhört, wenn man Interpunktion mitspricht.


Während meines Experiments war ich allein im Haus, zumindest während der Schreibzeiten. Da hat mich natürlich niemand gehört. Aber gegen Ende wollte ich testen, ob meine Sorgen und Ängste nicht vielleicht sogar unbegründet sind. Also habe ich mein Handy mit der letzten Audioaufnahme auf volle Lautstärke gestellt und getestet, ob das überhaupt der Fall ist.


An der Haustür oder an den Fenstern hat man schon gehört, dass jemand spricht, aber nicht was. Hätte also genauso gut ein Telefonat oder so sein können. In den restlichen Zimmern hinter meiner Wohnung hat man es, wenn überhaupt, nur noch als dumpfes Murmeln wahrgenommen. Und nachdem hinter meiner Wohnung eh nur Kellerräume sind, kann ich mit ziemlicher Bestimmtheit sagen: Niemand hört mich.


Also kann ich zukünftig auch diktieren, wenn Leute im Haus sind. Etwas, das es mir leichter macht, meine Schreibzeiten zu planen. So muss ich nicht irgendwann in der Nacht aufstehen, wenn alle anderen schlafen (und mich garantiert nicht hören). Und ja, das war eine Option, die ich tatsächlich in Betracht gezogen habe.


Auf dem richtigen Weg

Die Pläne und Abläufe, die ich mir vor dem Experiment überlegt habe, sind tatsächlich schon auf dem richtigen Weg. So einfach habe ich noch nie eine Rohfassung geschrieben, die ich gar nicht so grässlich finde. Ich denke, ca. 80%, wenn nicht sogar noch mehr, landet davon tatsächlich im fertigen Buch.


Trotzdem sind noch einige Anpassungen und Verbesserungen nötig, um das Beste aus diesem Prozess herauszuholen und auch zukünftige Fassungen einfacher über die Bühne bringen zu können.



Was werde ich beim nächsten Mal anders machen?

Mehr Pausen einplanen

10 Tage durchzuarbeiten tut niemandem gut und das hätte mir von vornherein klar sein sollen. Da war es wirklich kein Wunder, dass ich an Tag 6 einfach eine Pause gebraucht habe. Zukünftig werde ich nach 3 Schreibtagen einen Tag Pause einplanen, um mich zu erholen, das Chaos in meiner Wohnung zu bändigen und ggf. meinen Rückstand aufzuholen.


So mache ich das aktuell übrigens während meines Arbeitsalltags. Drei Tage arbeite ich fokussiert an einem Projekt, am vierten lege ich eine Pause ein, kümmere mich um den Haushalt und Social Media, wo wir schon beim nächsten Punkt wären …


Auch zwischen den Schreibsessions möchte ich bewusster Pausen einlegen. Beim Experiment bin ich zwischendurch für 30+ Minuten auf YouTube oder TikTok versackt und habe dadurch noch länger zum Arbeiten gebraucht. Hätte ich kürzere, aber bewusste Pausen eingelegt, hätten sich die Tage vielleicht nicht so ewig in die Länge gezogen.


Social Media Content vorausplanen

Dass Social Media auch für uns Autorinnen und Autoren immer wichtiger wird, um uns zu vermarkten, ist denke ich klar. Während meines Experiments hatte ich jedoch keine Beiträge im Voraus geplant und auch nicht die Energie, neue zu erstellen. Außer die TikToks mit einem kurzen Update.


In letzter Zeit hat mein Social Media Auftritt generell gelitten (was auch wieder mit dieser Faulheit/Selbstzweifeln zu tun hatte, über die ich oben schon gesprochen habe). Mittlerweile habe ich wieder eine ganz gute Strategie gefunden, um einigermaßen mithalten zu können, was eben auch an dieser 3-1 Tage Arbeitsweise liegt, von der ich im vorherigen Abschnitt kurz gesprochen habe.


Trotzdem möchte ich bei zukünftigen Schreibexperimenten meine Posts vorbereiten und auch etwas mehr Struktur in die Vlogs bringen, damit das nicht leidet.


Feste Zeiten einhalten

Für dieses Experiment hatte ich mir zwar eine Routine überlegt, wann ich diktiere, die Kapitel korrigiere und wann ich plane. Schon am ersten Tag habe ich das mehr oder weniger über den Haufen geworfen. Einerseits weil es doch eine ganz schöne Umstellung war, plötzlich so viel Zeit mit einem einzigen Buch zu verbringen, aber auch weil ich am Tag zuvor etwas zu viel K-Dramas geschaut und mich zu wenig auf die Challenge vorbereitet habe. Ups!


Irgendwann war mein Zeitplan so durcheinander, dass ich gar nicht mehr wusste, wo mir der Kopf steht. Auch zwischen den Schreib- und Korrektursessions habe ich zu lange Pausen auf YouTube und Co. eingelegt, wodurch es sich so angefühlt hat, als würde die Arbeit nie enden. Da will ich beim nächsten Mal wirklich mehr auf die Zeiten achten und lieber nach getaner Arbeit faulenzen, als währenddessen und mich dabei auch noch schlecht zu fühlen.


Software besser vorbereiten

Falls ihr euch fragt, welches Programm ich benutze, um meine Audiodateien in Text umzuwandeln: Ich nutze Dragon Naturally Speaking Premium (Version 13).

Da hat man auch die Möglichkeit, dem Programm besondere Begriffe oder Namen beizubringen, etwas das ich bei diesem Buch versäumt habe.


Ich kann euch nicht sagen, wie oft ich Morans Namen neu schreiben musste. Kein einziges Mal hat das Programm ihn richtig verstanden und die kuriosesten Sachen daraus gemacht. Für die nächste Rohfassung (Grey’s Halfway House Band 3) habe ich mir vorgenommen, das vorher zu machen.

Edit: Und habe es getan. Das hat wirklich einen Unterschied gemacht, was den Zeitaufwand angeht!


Mit Dragon kann man auch Dokumente analysieren lassen, damit sich das Programm an die Schreibweise gewöhnt. Ich denke, ich werde Band 1 und 2 analysieren lassen und die Worte, die Dragon nicht kennt, einsprechen. Wir haben schließlich noch einige Bücher in dieser neuen Serie vor uns.



Schamlose Eigenwerbung an dieser Stelle:

Band 1 der Grey’s Halfway House Serie, GEFÄHRTIN DES DÄMONS, kann übrigens schon als eBook vorbestellt werden und erscheint am 25. November!

Wenn ihr also Fan von Paranormal Romance mit ein bisschen Kitsch und Spice seid, ist das vielleicht was für euch.

Eigenwerbung Ende.



Rapid Fire FAQs

Am Ende dieses Artikels wollte ich mich noch einigen häufig gestellten Fragen zum Thema Diktieren und diesem Experiment widmen und sie, zumindest in aller Kürze beantworten.


Welches Programm verwendest du?

Ich nutze Dragon Naturally Speaking Premium (Version 13) und kann das jedem empfehlen, der ernsthaft mit Diktieren anfangen will. Ansonsten ist es schon etwas teuer, aber eben auch sehr hilfreich.


Wie gehst du beim Diktieren vor?

Mein Prozess ist etwas kompliziert zu erklären, weshalb ich dazu noch einen eigenen Artikel schreiben werde. Hier in aller Kürze die wichtigsten Schritte:

  • Aktuelles Kapitel im Detail planen / bisherige Outline durchgehen ggf. anpassen und/oder erweitern

  • Kapitel diktieren - wobei ich hier mit meinem Handy eine Audioaufnahme mache und nicht direkt über das Programm diktiere

  • Audiodatei auf PC übertragen und in MP3 umwandeln

  • Audiodatei mit Dragon in Text umwandeln

  • neues Kapitel durchgehen, Diktierfehler korrigieren (+ kleine Änderungen; für größere Änderungen/Erweiterungen hinterlasse ich meist Kommentare und kümmere mich später darum)

  • Rinse and repeat


Wie ausführlich ist deine Outline, wenn du mit dem Diktieren beginnst?

Meinen groben Kapitelplan (oder die groben Stichpunkte, die ich bisher zur Handlung habe) erweitere ich pro Kapitel zu einer ganzen Seite, ungefähr. Bei manchen Kapiteln, vor allem den Schlüsselszenen plane ich mehr, bei anderen weniger. Das Bauchgefühl muss stimmen.


Hin und wieder füge ich auch wichtige Beschreibungen ein, wenn es z.B. ein Ort ist, den wir noch nie besucht haben, oder ein Gegenstand, der neu auftaucht. Auch Dialogfetzen oder einzelne Sätze, die ich später im Buch haben möchte, packe ich in die Outline, wenn sie mir beim Planen schon in den Kopf kommen.


Was aber wirklich wichtig für mich ist: Ich muss ungefähr die Tageszeit kennen (auch wie viele Tage schon vergangen ist bzw. das aktuelle Datum), den Ort an dem es spielt und den Zweck der Szene / des Kapitels. Also inwiefern es die Geschichte vorantreibt oder den Figuren bei ihrer Entwicklung hilft.


Um euch ein Beispiel zu geben, wie aus ein paar wenigen Stichpunkten ein halbwegs gutes Kapitel wird, teile ich demnächst das erste Kapitel von Deine Seele 3 mit euch. Von den ersten Ideen bis hin zum einmal korrigierten Entwurf.


Wie lange diktierst du am Stück?

Bei Deine Seele 3 habe ich im Durchschnitt 26 Minuten pro Kapitel diktiert. Mehr oder weniger am Stück. Wenn es mal länger gedauert hat, habe ich keine längere Pause eingelegt. Ich wollte die Kapitel möglichst an einem Stück diktieren.


Nach 15-20 Minuten wird mein Hals recht trocken vom vielen Reden (bin ich einfach nicht gewohnt), sodass ich da eine kurze Pause mache (2-3 Minuten), was trinke und mir evtl. auch ein Hustenbonbon gönne. Die Zeit nutze ich auch dazu, um nochmal meine Kapiteloutline durchzugehen und mich auf die wichtigen Stichpunkte zu besinnen, damit ich nicht irgendwie um den heißen Brei herum diktiere.


Bei anderen Büchern, wie z.B. der WITCH'S WORLD Serie, wo ein Kapitel auch mal doppelt so lang sein kann wie die von DEINE SEELE 3 (oder noch länger), würde ich wahrscheinlich schon eine Pause einlegen, vielleicht nach der Hälfte der Stichpunkte in meiner Outline.


Die Pomodoro-Technik benutze ich dafür z.B. nicht.


Leidet die Qualität nicht darunter?

Würde ich nicht sagen. Wahrscheinlich ist eher das Gegenteil der Fall, weil ich so intensiv an dem Buch arbeite und alles frisch in meinem Kopf ist.

Außerdem ist das nur die Rohfassung, die ich noch mehrmals überarbeiten werde.


Aber ja, das Programm macht natürlich Fehler und verstecht nicht alles zu 100%. Deswegen gehe ich im Anschluss die neuen Kapitel durch und bereinige das. Und deswegen ist es auch so wichtig, das Programm auf die eigene Stimme und Sprechweise zu trainieren. Etwas, das ich zugegeben in den letzten Monaten vernachlässigt habe.


Es ist trotzdem erstaunlich, wie viel es versteht, und die Zeit für die Korrektur wende ich gerne auf. Es ist immer noch besser, als alles über den Verlauf mehrerer Wochen oder gar Monate mühevoll zu tippen. Meine Hände danken es mir wirklich.


Das Fazit vom Fazit

Ich habe gerade mal die Wörter gezählt und bei den Mächten, ist dieser Artikel lang geworden! Fast 4.000 Wörter!

Also wird es höchste Zeit für ein paar letzte Worte und eine Bitte.


Ich bin froh, dass ich dieses verrückte Experiment durchgeführt habe, weil ich, ehrlich gesagt, nicht gedacht habe, dass ich es schaffe. Und es hat doch geklappt! Mal abgesehen von der fertigen Rohfassung habe ich noch so viel mehr dazugelernt und bin froh, dass ich es durchgezogen habe.


Und nun zur Bitte: Kauft meine Buch!


Halt, nein, das meine ich nicht :D


Schreibt mir gerne eure Fragen zum Thema Diktieren. Was hält euch im Moment noch davon ab? Wo seid ihr euch unsicher? Was wollt ihr darüber wissen?


Für mich persönlich ist es ein Tool, das ich als Autorin nicht mehr missen möchte, und vielleicht wäre es auch genau das Richtige für einige von euch da draußen. Und ich wünschte, ich hätte damals jemanden gehabt, den ich dazu hätte aushorchen können ;)


Ich freue mich auf euch und eure Fragen!

eure Kate


PS: Ich würde mich natürlich trotzdem freuen, wenn ihr mal einen Blick auf meine Bücher werfen würdet.

Ich hätte Urban Fantasy mit Hexen in Schottland im Angebot, Romantasy mit Seelenführern und dem Leben nach dem Tod und GANZ NEU: Paranormal Romance mit widerwilligen Sukkuben und dämonenbesessenen Werwolf-Hexern. Und noch so viele Ideen, die ich dank Diktat hoffentlich bald zu Papier bringen kann.




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Über Kate Stark

Schreibt Bücher und macht YouTube-Videos über ihr Autorenleben.
Liebt Social Media, Fantasy, Notizbücher und Schokolade.