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  • AutorenbildKate S. Stark

10 Dinge, die man braucht, um ein Buch zu schreiben đŸ’»âœđŸ»đŸ“š | Meine besten Tipps fĂŒrs Planen 😍



WĂ€hrend meiner langen Autorenkarriere, habe ich einige BĂŒcher geschrieben, weit ĂŒber zwanzig, und zwölf davon mittlerweile veröffentlicht. Bei den ersten hatte ich keinen wirklichen Plan und es gab lange nicht so viele hilfreiche Artikel ĂŒbers Schreiben, wie man sie heute im Internet findet.

Aber nach und nach hat sich herauskristallisiert, welche zehn Dinge ich vorab brauche, bevor ich beginne, ein Buch zu schreiben.


In diesem Blogpost möchte ich sie kurz und knapp mit euch teilen und euch so einen Richtungsweiser geben.


Gerade, wenn man am Anfang steht, können einen die vielen Entscheidungen ziemlich ĂŒberwĂ€ltigen. Vor allem, wenn ihr noch nicht wisst oder euch unsicher seid, worĂŒber ihr schreiben möchtet, ist dieser Blogpost eine gute StĂŒtze und eine erste Anlaufstelle.


Anmerkung: Ich plane zu den einzelnen Punkten weitere Blogposts zu schreiben.

Stellt mir in den Kommentaren also gerne eure Fragen dazu oder lasst mich wissen, worauf ihr vor dem Schreiben besonders achtet.

Sobald neue Artikel hinzukommen, werde ich sie hier verlinken. Schaut also gerne öfter hier vorbei, um sie nicht zu verpassen - oder abonniert meinen YouTube-Kanal, wo ich neben Schreibvlogs und Schreibupdates auch Videos mit Tipps zum Schreiben veröffentliche.



1. Genre(s)

Ich rate es euch, euch zuerst Gedanken zum Genre (oder den Genres) zu machen, in dem ihr schreiben möchtet. Also die Richtung, in die es gehen soll, beispielsweise Fantasy, Thriller oder Liebesroman (was ĂŒbrigens die drei beliebtesten sind).


Vom Genre hÀngt nÀmlich alles andere ab.


Leser unterschiedlicher Genres haben unterschiedliche Erwartungen an euer Buch.

  • Bei Krimis und Thriller sind es meistens Standalones, oder Standalone-Serien mit einem zentralen Ermittler (z.B. Sherlock Holmes, Hercule Poirot).

  • Bei Fantasy gibt es oft Reihen mit mĂ€chtigen Schinken wie Das Lied von Eis und Feuer oder Das Rad der Zeit.

  • Bei Liebesromanen erwartet man ein Happy End fĂŒr die Charaktere, bei Horror oder Thriller eher nicht.


Abgesehen davon, dass es euch den Rest der Planung eures Buchprojekts erleichtert, hilft es auch anderen wie z.B. Verlagen, BuchhÀndlern oder (am allerwichtigsten) den Lesern zu entscheiden, ob euer Buch zu ihnen passt und gekauft werden soll.


Tipp: Solltet ihr euch unsicher sein, welches Genre fĂŒr euch das richtige ist, werft einen Blick in euer BĂŒcherregal. Welche Genres lest ihr am liebsten? Das ist meistens ein guter Startpunkt, weil ihr dann schon eine Ahnung habt, mit welchen Erwartungen ein Leser an euer zukĂŒnftiges Buch herangehen wird.


NatĂŒrlich mĂŒsst ihr euch nicht auf ein Genre festlegen. Heutzutage ist bei vielen BĂŒchern ein Mix aus zwei bis drei Genres sehr beliebt.

Und auch Fantasy ist nicht gleich Fantasy. Also lohnt es sich auch einen Blick auf die entsprechenden Subgenres zu werfen.


2. Tropes

Sobald ihr euch dann fĂŒr ein Genre entschieden habt, wird es Zeit fĂŒr die Tropes. Manchmal spricht man auch von Klischees.

Kurz erklÀrt, ist es ein wiederkehrendes Muster oder Thema eines bestimmten Genres, beispielsweise das beliebte enemies to lovers bei den Liebesromanen, also zwei zunÀchst verfeindete Charaktere, die sich nÀher kommen; oder the chosen one in Fantasy, sprich, ein auf den ersten Blick gewöhnlich erscheinender Held, der eine besondere Begabung hat (wie z.B. Harry Potter).


Meine erste Anlaufstelle fĂŒr eine solche Trope-Recherche ist (neben TikTok) die Website TV-Tropes. Dort findet ihr eine hilfreiche Liste und ErklĂ€rungen zu Tropes unterschiedlichster Genres.



3. Standalone oder Serie?

NatĂŒrlich ist es auch wichtig zu wissen, ob man eine Serie schreibt oder einen Einzelband.

Auch hier lohnt sich ein Blick auf das gewÀhlte Genre und welche Form dort vorherrschend ist.

In einem Einzelband, auch Standalone genannt, mĂŒsst ihr die gesamte Geschichte erzĂ€hlt haben und solltet keine losen Enden haben.


Bei Serien habt ihr mehrere Optionen fĂŒr deren Aufbau.

  • Entweder ihr schreibt eine fortlaufende Geschichte, die sich ĂŒber mehrere BĂ€nde zieht, wie zum Beispiel Harry Potter oder Twilight.

  • Oder, und das ist oft bei Liebesromanen und SpannungsbĂŒchern (also Krimi, Thriller, etc.) beliebt, ihr schreibt eine Standalone-Serie. Das bedeutet, dass jedes Buch zwar in sich abgeschlossen ist, es aber gewisse verbindende Elemente gibt. Bei Krimis könnte das Ermittler-Team immer das gleiche sein; bei Romance könnte es das Setting oder der Familien- und Freundeskreis sein wie Woodshill bei Mona Kastens Again-Reihe.


4. ErzÀhler

Auch sollte man sich vorab ĂŒberlegen, aus wessen Perspektive die Geschichte erzĂ€hlt wird. Lieber aus der Vogelperspektive, um einen weiten Blick auf die Handlung zu haben. Oder doch eher persönlich aus Sicht eines Charakters.


Hier sollte man sich auch entscheiden, ob man einen Ich-ErzÀhler nutzen möchte, oder einen Er-/Sie-ErzÀhler - und wie viele. Sehen wir die Handlung nur limitiert aus der Sicht eines Charakters, oder springen wir bei jedem Kapitel (oder vielleicht sogar jeder Szene) zu einem anderen?


Anmerkung: Man kann auch mehrere Ich-ErzĂ€hler haben oder eine Mischung aus beidem, wenn es sich bei der Geschichte anbietet (beispielsweise Ich-ErzĂ€hler fĂŒr einen Ermittler und Er-/Sie-ErzĂ€hler fĂŒr den TĂ€ter oder die Opfer).


5. Zeitform

Schreibt man im PrĂ€sens, also in der Gegenwartsform, vermittelt man ein GefĂŒhl der Dringlichkeit. Der Leser ist mitten im Geschehen und fiebert richtig mit.


Schreibt man in der Vergangenheit, bildet sich etwas mehr Distanz zum Geschehen.


Je nach Genre und Art der Geschichte, die man erzĂ€hlen möchte, ist es also auch eine Überlegung wert, welche Zeitform am besten dazu passt.


(Und ja, auch hier kann man beide verwenden, sollte aber dennoch eine deutliche Trennung haben, z.B. durch unterschiedliche Perspektiven oder Zeitebenen.)


6. Protagonisten & Antagonisten

Nachdem ihr nun schon Genre und Tropes festgelegt habt, wird es auch langsam Zeit, erste Charaktere zu brainstormen. NatĂŒrlich zunĂ€chst einmal die Helden und ihre Gegner.


Wie viele Hauptpersonen hat eure Geschichte, welche Ziele verfolgen sie wÀhrend des Buchs und wer (oder was) legt ihnen Steine in den Weg?


Gegner, auch Antagonisten genannt, mĂŒssen ĂŒbrigens nicht zwingend Personen sein. Es kann auch eine KI sein, oder aber die harte Umwelt, mit denen eure Charaktere wĂ€hrend des Buchs zu kĂ€mpfen haben. Manchmal ist es deshalb eine gute Idee um die Ecke zu denken, damit der Gegner nicht einfach ein Voldemort- oder Darth-Vader-Verschnitt wird.


Wie Chris Colfer so treffend schreibt: 

a villain is just a victim whose story hasn't been told.

Nicht jeder Antagonist muss abgrundtief böse sein und nur dazu existieren, um euren Charakteren das Leben schwer zu machen. Sie alle haben eine Geschichte und Ereignisse, die sie zu der Person gemacht haben, die wir auf der Seite vor uns sehen. Sprich, sie sind auch nur Menschen (meistens jedenfalls).


7. Handlungsorte

Je nach Genre lohnt sich auch ein Blick auf die Handlungsorte.


Spielt die Geschichte auf der Erde oder in einer fiktiven Welt. In der Gegenwart, der Zukunft, oder der Vergangenheit?


Und 
 Gibt es die Orte wirklich, oder möchtet ihr sie erst noch erfinden?


Beides hat seine Vor- und Nachteile.


WĂ€hrend ich ein großer Fan davon bin auch bei BĂŒchern, die hier auf der Erde und in der Gegenwart spielen, neue Orte zu erschaffen, kann das einiges an Zeit kosten. Außerdem ist es oft nicht leicht, dem Leser zu vermitteln, wie man sich diese vorstellt.

Bekannte Orte zu verwenden verschafft dem Leser dagegen ein GefĂŒhl der Vertrautheit, vor allem wenn es Orte sind, die man ganz bestimmt kennt (New York City beispielsweise). Andererseits muss man bei der Recherche auch genau sein, um keine falschen Beschreibungen einzubauen.


Oder, man macht es wie Cassandra Clare mit ihrer Chroniken der Unterwelt BĂŒcher. Im Allgemeinen spielt die Story in New York City, aber es gibt auch einige erfundene Orte wie z.B. das Institute oder die City of Bones.


8. Anfang, Mitte und Ende

Zu diesem Zeitpunkt der Vorbereitungsphase hat man schon ein gutes GefĂŒhl fĂŒr die Geschichte, die man schreiben möchte.

Da wird es Zeit, sich zumindest grob aufzuschreiben, was zu Anfang, Mitte und Ende des Buchs (oder der Reihe) geschehen soll.


Wichtig ist, hier nicht alles so zu behandeln, als wĂ€re es damit in Stein gemeißelt und mĂŒsste unbedingt so passieren. Beim Schreiben ergeben sich oft noch Änderungen, ihr bekommt neue Ideen oder folgt zusĂ€tzlich noch einem spannenden Subplot.


Trotzdem ist dieser Schritt sehr wichtig, damit ihr fĂŒr die weitere Planung einen ersten Richtungsweiser habt, an dem ihr euch dann entlanghangeln könnt.


Tipp: Vielleicht hilft es euch auch, einen Klappentext fĂŒr dieses Projekt zu schreiben, wie man ihn spĂ€ter auf einem Buch lesen wĂŒrde. Die lassen oft noch viel Raum fĂŒr Fragen und damit auch Raum fĂŒr eure KreativitĂ€t beim Schreiben.


9. Warum & Ziele

Die wichtigsten Dinge, die unser Buch selbst betreffen, haben wir nun. Theoretisch könnten wir schon loslegen, aber ich empfehle es euch, die letzten beiden Schritte nicht auszulassen.


Sich selbst Ziele fĂŒr das eigene Schreiben zu setzen und sich klar zu machen, warum man dieses Projekt ĂŒberhaupt beginnt, kann euch spĂ€ter bei einem Motivationstief enorm weiterhelfen.


Was genau an dieser Idee, findet ihr so spannend?

Warum könnt ihr es kaum erwarten, ausgerechnet dieses Buch zu schreiben?

Bis wann möchtet ihr die Rohfassung beendet haben?


Jeder Grund, ein Buch zu schreiben ist valide; egal ob aus Spaß an der Freude, einem coolen Trope zu folgen, oder um Geld damit zu verdienen. Wichtig ist, dass ihr hier ehrlich zu euch seid und natĂŒrlich auch realistisch. 


Wenn es hart auf hart kommt, lese ich mir immer meine ersten Brainstorming-EintrĂ€ge eines Projekts durch (oder gucke meine alten Vlogs dazu). Der Enthusiasmus von Vergangenheits-Kate motiviert mich oft genug, um weiterzumachen, bis ich wieder “drin” bin in meinem Projekt.


10. Programme und Dokumente

Bevor ihr jetzt gleich mit dem Schreiben loslegt, solltet ihr vorher noch entscheiden, wo ihr eure Wörter zukĂŒnftig festhaltet.

Am PC (und wenn ja, mit welchem Programm) oder handschriftlich (Ordner? Notizbuch? Zettelwirtschaft?).


Ich weiß, das klingt alles total banal. Wahrscheinlich habt ihr auch schon eine grobe Ahnung, zu was ihr tendiert.

Aber es ist immer besser, nochmal eine bewusste Entscheidung zu treffen, oder ihr habt am Ende ein buntes Chaos aus einer Vielzahl unterschiedlicher Dokumente, Programme und NotizbĂŒcher wie ich damals und zum Teil heute noch. (Und ich kann euch sagen, dass es dabei manchmal echt furstrierend ist, die richtigen Infos zu finden.)


WÀhlt ein Schreibprogramm, ein Worlduilding-Dokument, ein Notizbuch oder Ordner und dann könnt ihr endlich anfangen, ein Buch zu schreiben.


Falls ihr das Wachstum eurer Geschichte mitverfolgen wollt, ist es vielleicht auch eine gute Idee, einen Wordcount-Tracker zu nutzen. In diesem Blogpost findet ihr dazu weitere Informationen und auch zwei kostenlose Vorlagen, damit ihr sofort loslegen könnt.



NatĂŒrlich sind das alles nur recht grobe Überlegungen, aber sie sind ein erster Schritt in die richtige Richtung und helfen euch anschließend bei der Detailplanung und spĂ€ter auch beim Schreiben weiter.


Meistens gieße ich das, was ich bei diesen zehn Schritten mir ĂŒberlegt habe, dann auch in ein einheitliches Konzept, auf das ich dann immer wieder zugreifen kann, wĂ€hrend ich weiter an dem Projekt arbeite.

So habe ich alles auf einem Blick beisammen und kann diese Informationen spĂ€ter beispielsweise auch nutzen, um ein ExposĂ© zu erstellen oder meine BĂŒcher besser zu vermarkten.

Hier findet ihr einen alten Blogpost zum Thema Serien-Konzeption. DemnÀchst wird es aber eine aktualisierte, allgemeinere Version dazu geben, also haltet die Augen offen :)


Schreibt gerne, ob euch diese zehn Schritte weitergeholfen haben und wo ihr selbst noch Schwierigkeiten oder sogar Tipps habt.


Viel Erfolg beim Brainstormen und Schreiben!

eure kate


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Über Kate Stark

Schreibt Bücher und macht YouTube-Videos über ihr Autorenleben.
Liebt Social Media, Fantasy, Notizbücher und Schokolade.

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