• Kate S. Stark

Ein Buch, oder zwei? Das ist hier die Frage … | Witch’s World 5 Update


Seit April arbeite ich nun schon an der Rohfassung zum nächsten Band der Witch’s World Serie. In diversen Schreibupdates habe ich euch über den Fortschritt auf dem Laufenden gehalten und bin bisher recht gut vorangekommen.


Ab der 100.000-Worte-Marke, die ich Anfang Juni überschritten habe, wurde es schwieriger und schwieriger für mich. So schwer, dass ich an ein oder zwei Tagen gerade mal 100 Worte oder weniger zustande gebracht habe.


Was genau mich blockiert hat und was ich getan habe, um dem entgegenzuwirken, erzähle ich euch in diesem Blogpost.


Und natürlich gibt es auch ein passendes Video dazu, in dem ich euch zu einer morgendlichen Schreibsession mitnehme:



Ups, das wird ziemlich lang!

Das war mein erster Gedanke, kaum dass ich über die magischen 100.000 Worte in der Rohfassung von Final Witches gekommen bin. Ein Blick in die Outline hat gezeigt, dass ich noch lange nicht am Ende bin. Zu diesem Zeitpunkt habe ich gerade mal den Midpoint überschritten gehabt, wobei ich zwischendurch ein paar Kapitel ausgelassen habe, die noch geschrieben werden müssten.


Und mit jedem Tag, an dem ich weitere 2.000 Worte hinzugefügt habe, wie ich es mir für meine Traum-Schreibroutine festgelegt habe, wurde die Angst größer, dass das Buch sogar noch länger werden würde als sein Vorgänger.


Nur zum Vergleich: Rogue Witches, der vierte Teil, hatte ca. 140.000 Worte und 600 Seiten im Taschenbuchformat.

Meine Panik war also berechtigt und sie wurde nur noch größer, als ich festgestellt habe, dass der 3. Akt (den ich bisher nur sehr, sehr grob geplant hatte) nochmal mindestens 25 neue Kapitel umfassen wird.


Mathe war zwar nicht meine Stärke in der Schule, aber bei einer durchschnittlichen Kapitellänge von 6.000 Wörtern wären das nochmal knapp 150.000 Worte obendrauf. Und zu diesem Zeitpunkt hatte ich mittlerweile schon die 130.000er-Marke überschritten.


Wie machen das denn die anderen?

Innerlich habe ich ziemlich gepanikt, aber äußerlich habe ich mich zur Coolness gezwungen und erstmal die Wordcounts anderer bekannter Bücher gegoogelt. Hier mal ein paar Beispiele, die allerdings auf den englischen Manuskripten basieren:

  • Harry Potter and the Order of the Pheonix (J.K. Rowling): 257,154

  • Harry Potter and the Deathly Hallows (J.K. Rowling): 198,227

  • A Game of Thrones (George R.R. Martin): 298,000

  • A Dance with Dragons (George R.R. Martin): 422,000

  • The Fellowship of the Ring (J.R.R. Tolkien): 187,790

  • It (Stephen King): 445,134

  • Outlander (Diana Gabaldon): 305,000

Falls ihr gerne noch etwas stöbern wollt, empfehle ich euch diese Website!


Das hat mich ein bisschen beruhigt. Aber nur ein bisschen, denn das sind schließlich alles Verlagsautoren. Bekannte Verlagsautoren. Mit großen Vorschüssen und Marketing-Budget.


Rechnet sich das denn überhaupt?

Das war meine nächste Frage und ja, eigentlich sollte Kapitalismus uns unsere Kreativität nicht kaputt machen, aber ich bin Selfpublisherin und irgendwo muss ja das Geld für diese steigenden Gaskosten herkommen. Und die Miete. Und das Essen … Ihr kennt das ja.


Während (bekannte) Verlagsautoren einen Vorschuss gezahlt bekommen und den dann erst einmal abgelten müssen, bin ich komplett auf die Tantiemen meiner Bücher angewiesen.


Auch hier wieder ein Vergleich/Richtwert: Pro verkauftes Buch bekomme ich als Selfpublisherin zwischen 1,80€ und 3,50€ (grob geschätzt und von Format und Anbieter abhängig).

Natürlich könnte ich immer mehr Geld verlangen, aber in einer Welt, in der 5,99€ für ein eBook als “teuer” angesehen wird und ich 98% meiner Verkäufe genau darüber (über eBooks) erziele, wird das schwierig. 4,99€ ist die Obergrenze für mein Genre, es sei denn ich würde ein Bundle, also eine Sammlung mehrerer Bücher rausgeben. Aber das tue ich ja nicht. Es ist ein Buch. Ein furchtbar langes Buch.


Und wenn man sich die Bundles und Bücher anderer Autoren ansieht, merkt man schnell, dass dieses eine Buch (Final Witches) die länge eines 3er Bundles, also eine Sammlung mit 3 Romanen eines anderen Autors hätte. Der durchschnittliche Wordcount am Markt liegt, nach meinen Schätzungen, bei 80.000 bis 90.000 Worten. Also weit niedriger als das, was ich jetzt schon vorliegen habe.


Ich könnte hier noch eine ganze Ewigkeit weiter für euch herumrechnen, aber die Antwort bleibt immer gleich:

Nein, es rechnet sich nicht.


Und wir sprechen hier nur vom eBook, Leute. An das Taschenbuch mag ich noch gar nicht denken! Das wäre ja dann ein mega Schinken und vermutlich kaum lesbar, weil so schwer und dick …


Mist! Und jetzt?

Und da ist wieder ein Gedanke hochgekommen, den ich während des Schreibens schon einige Male hatte: Warum mache ich nicht zwei Bücher daraus?


Am Anfang war das noch undenkbar, schließlich habe ich zu Beginn der Planung und Rohfassung felsenfest behauptet, dass Final Witches der letzte Band sein würde. Deswegen ja auch der Arbeitstitel. Da kann ich das doch nicht schon wieder vollkommen über den Haufen schmeißen. Oder?

Was würden denn da die Leser sagen?


Je mehr Worte dazugekommen sind und desto absehbarer es war, dass es immer steiler auf die 200.000 Worte zugeht, hat sich diese fixe Idee aber bei mir zurückgemeldet und klang gar nicht mehr so furchtbar.

Was meine Leser dazu sagen, darüber mache ich mir immer noch Gedanken. Sehr viele sogar.


Aber, ich als Leserin würde zwar auch längere Bücher meiner Lieblingsautor*innen lesen, bevorzuge aber eine Länge von bis zu 150.000 Worten, dafür dann aber gerne mehr Bände. Es gibt nichts Schlimmeres, als ein langes Buch anzufangen und dann auf halbem Weg die Motivation zu verlieren. Ja, ich meine dich, Storm of Swords, das du schon seit Jahren darauf wartest, dass ich weiterlese …


Die Lösung für all meine Probleme

Also habe ich für mich beschlossen, tatsächlich zwei Bücher daraus zu machen und habe für Part 1 schon ein gutes Ende gefunden. Dadurch wäre es immer noch ca. 150.000 Worte lang, aber ein oder zwei Kapitel ließen sich auch in Part 2 verschieben. Und kürzen kann man da sicher noch einiges.


Diese Entscheidung hat meine Blockade vollkommen gelöst, sodass ich mittlerweile wieder gerne daran arbeite, auch wenn der Wordcount weiterhin wächst und wächst.


Und meine Meinung kann ich noch immer ändern, sollte ich merken, dass Part 2 doch nicht so viel Stoff hergibt oder was auch immer mich eben dazu bewegen könnte, doch nur ein finales Buch zu veröffentlichen.


Finanziell würde sich das dann schon wieder mehr rechnen, auch wenn vermutlich nicht alle Leser von Band 5 dann auch zu Band 6 weiterwandern. Und die Taschenbücher wären auch nicht so dicke Oschis, die ein halbes Kilo wiegen.


Perfekt!


Und wie geht es jetzt weiter?

Das war die nächste Frage, die ich mir beantworten musste, nachdem ich diese Entscheidung getroffen habe. Höre ich mit dem Schreiben auf und widme mich erstmal der Korrektur von Part 1? Oder powere ich durch, weil ich ja gerade eh so gut drin bin?


Ich denke, die Antwort dürfte ziemlich offensichtlich sein. Ja, ich werde weiterschreiben, auch wenn Part 1 theoretisch fertig ist. Und genau aus diesem Grund, weil ich so fest in der Handlung drin bin. Weil ich endlich das Licht nach diesem langen, dunklen Tunnel sehen kann. (Spoiler-Alert: Habe gerade ein Kapitel hinter mich gebracht, bei dem genau das passiert …)


Ich muss einfach. Ich kann gar nicht anders. Dieses Jahr ist das Jahr der Enden, wie ich am Jahresanfang verkündet habe. Und ich will zumindest die Rohfassung für das Ende der Witch’s World Serie fertigstellen, egal ob daraus dann ein oder zwei Bücher werden. Sobald ich das aus meinem Gehirn habe, kann ich mich voll und ganz auf die Überarbeitung konzentrieren und dieser Serie dann hoffentlich einen guten Abschluss liefern.


Die Konsequenz dieser Entscheidung

Es wird mindestens nochmal so viel Zeit vergehen, bis ich die Rohfassung endlich abschließen kann. Ich rechne mit Mitte/Ende August, weil mir mit jeder neuen Planungssession noch weitere Details einfallen. Erst gestern habe ich für Grahams Handlungsstrang eine völlig andere Richtung eingeschlagen, aber es war die richtige Wahl für dieses Buch. Es macht die Geschichte noch spannender, noch runder und liefert einige wichtige Informationen, die ich sonst an anderer Stelle hätte einfügen müssen, wo sie vielleicht nicht ganz so gut gepasst hätten.


Das heißt in der Folge natürlich auch, dass sich der Erscheinungstermin des nächsten Witch’s World Buchs möglicherweise nach hinten verschiebt. Genaueres kann ich erst sagen, wenn ich mit der Rohfassung noch etwas weiter vorangekommen bin.

Theoretisch hätte ich noch Colleen Waterhouses Vorgeschichte und vielleicht schreibe ich zwischendrin noch die ein oder andere Kurzgeschichte, die den Platz von Band 5 einnehmen könnte. Das müssen wir jetzt einfach abwarten.


Aber, sollte ich bei der Entscheidung bleiben, zwei Bücher daraus zu machen, ist die Wahrscheinlichkeit recht hoch, dass Band 6 dann nicht so lange auf sich warten lässt. Die Rohfassung ist dann schließlich durch und das erfordert bei diesen Büchern immer die meiste Arbeit.


Aber, dann bräuchte ich auch zwei Titel. Es Final Witches - Part 1 und Final Witches - Part 2 zu nennen, finde ich etwas irreführen und nicht gerade kreativ. Also muss ich nochmal in mich gehen und mir noch ein passendes Adjektiv aussuchen. Für Vorschläge und Ideen bin ich natürlich offen.


Dann bräuchte ich auch ein zweites Cover. Das ist glücklicherweise nicht so schlimm, schließlich mache ich die selbst und muss mich nicht nach irgendwelchen vollen Terminkalendern richten.


Und ich müsste zwei eBooks und zwei Taschenbücher formatieren. Das ist aber gar nicht so wild. Hätte ich nur ein Buch, das aber doppelt so lange ist, hätte ich fast genauso viel Arbeit. Und bei dem Upload bin ich mittlerweile ja schon sehr versiert, vor allem was Amazon angeht.


Ihr seht, auch wenn es alles in allem etwas zeitaufwändiger wird, bin ich sehr entspannt. Entspannter, als wenn es nur ein Buch gewesen wäre.


Nur die Sorge darüber bleibt, was die Leser zu dieser Entscheidung sagen könnten. Also, wenn ihr Witch’s-World-Fans seid, lasst es mich wissen, was ihr davon haltet. Dann kann ich mich schon einmal darauf einstellen ;)


Aber, wie mir die Tarot-Karten vor der Veröffentlichung von DIE GEHEIMNISSE DEINER SEELE geraten haben, folge ich beim Schreiben dieser Bücher voll und ganz meiner Intuition, erzwinge nichts und bin damit bisher wirklich gut gefahren. Wir werden sehen, wohin die Reise mit Final Witches geht.


Anmerkung: Ich werde das Projekt in zukünftigen Schreibupdates und sonstigen Blogposts weiterhin Final Witches nennen und hin und wieder von Part 1 (also der ersten Hälfte) und Part 2 (der zweiten Hälfte und dem finalen Finale) sprechen.


Aktueller Zwischenstand

Zum Ende noch ganz kurz der aktuelle Stand der Rohfassung.

Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Blogposts (06.07.2022) habe ich 157.000 Wörter insgesamt geschrieben.

23 Kapitel habe ich noch offen - 29 Kapitel sind schon fertig.

Ich rechne noch mit ca. 130.000 Wörtern obendrauf, wobei Part 1 aktuell 133.000 Wörter umfasst und Part 2 am Ende voraussichtlich (!!!) 150.000 Wörter lang sein wird.

Und das war’s von meiner Seite. Wahrscheinlich könnte ich noch ganz viel mehr zu diesem Thema und meiner Entscheidung schreiben, aber das Wichtigste habe ich euch jetzt ja erzählt.


Ging es den Schreibenden unter euch auch schon mal so, dass ein Buch viel, viel länger geworden ist, als gedacht?

Schreibt’s gerne in die Kommentare und dann sehen wir uns im nächsten Post wieder, auf YouTube oder Instagram!

eure Kate



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Über Kate Stark

Schreibt Bücher und macht YouTube-Videos über ihr Autorenleben.
Liebt Social Media, Fantasy, Notizbücher und Schokolade.